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„Friedliches Miteinander“ als Ziel: Schüler arbeiten an über 30 Projekten

Voller Einsatz für Toleranz

Bückeburg. Der Begriff des „Islamismus“ hat für Necla Kelek, die Schulpatin des Adolfinum, durch den „Islamischen Staat“ und die brutalen Verbrechen der jüngsten Zeit, etwa im Januar 2015 in Paris, endgültig jede religiöse Grundlage verloren. Mit einem Vortrag über die terroristische Herausforderung der liberalen Demokratie und die gefährlichen Verlockungen Jugendlicher durch fatale Verheißungen eröffnete die eine Zeitlang in Bückeburg beheimatete Sozialwissenschaftlerin türkischer Abstammung einen Projekttag am Adolfinum, der dem Thema „Friedliches Miteinander“ gewidmet war.

veröffentlicht am 14.07.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

In über dreißig Workshops ging es um aktuelle Themen wie die „Rechte der Flüchtlinge“, ihre Lebenssituation in Bückeburg und die Einstellung von befragten Bürgern. Man diskutierte Grenzfragen der Weltreligionen, sprach über den Umgang mit rechtsextremer Musik, erforschte den „Rassismus in der Literatur“, lotete die Grenzen von Toleranz und Kritik aus und rang um echte „Ich-Stärke“, die mit Schwachen und Schwächen gut leben kann. Stichworte wie „Widerstandskämpfer in der NS-Zeit“ oder „Adolfiner als Opfer im Ersten Weltkrieg“ stehen für historische Schwerpunkte, die Namen Maiwald und Reuß stehen jeweils für hohe Kompetenz. Überall sah man Gruppen im Gespräch oder beim Schauspiel, es wurde im Netz recherchiert und sogar manch eigener lyrischer Text handschriftlich ausformuliert. Externe Experten wie Adolf Deterding von der Polizei oder den Landtagsabgeordneten Karsten Becker (SPD) hatten SV-Lehrer Björn Riemer und sein Schülerteam gewinnen können für diesen Tag.

Besondere Beachtung fanden am Ende zwei Projekte, die allen Versammelten kurz vor dem gelungenen musikalischen Ausklang mit „Leon & Lewin“ und „Janne & Erda“ im Forum präsentiert wurden. Unter Leitung von Petra Thürnau hatten Adolfiner mit Menschen mit Behinderung Kunstwerke gestaltet. Durch den gemeinsamen Auftritt wurde ein anrührendes Zeichen gegen Ausgrenzung gesetzt. Um einen „Leitfaden für Flüchtlingsfamilien“ ging es in einer von den Schülerinnen Lene und Eva Hubrich geleiteten Gruppe.

Erste Ergebnisse konnten skizziert werden. Necla Kelek und Stefan Hartmann von der AWO, die noch am Abend zuvor im Forum vor nicht ganz so gut gefüllten Reihen über Flüchtlingsintegration in Bückeburg diskutiert hatten, konnten sehen, auf welche Weise das brennende Thema in der „Schule ohne Rassismus“ aufgegriffen wird. vhs




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