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Baustelle L 439: Das Land muss sparen - und deswegen müssen Bürger Umwege in Kauf nehmen

Vollsperrung auch nach Feierabend und nachts

Escher (la). Die Vollsperrung der Landesstraße 439 erhitzt die Gemüter der Anwohner in Hattendorf, Antendorf und der näheren Umgebung. "Bist Du auch durch die Baustelle gekommen?", wird man gefragt, wenn man aus Richtung Rehren in Hattendorf ankommt. "Natürlich. Die Straße ist doch völlig frei. Da gibt es doch nur Behinderungen, wenn die mit ihren großen Maschinen arbeiten und nicht nach Feierabend und am Wochenende. Da spar' ich mir doch den riesigen Umweg und damit auch den Sprit", bekommt man zur Antwort. Die Sperranlage und die Schilder sind leicht zu umfahren - auch wenn das natürlich eigentlich nicht erlaubt ist.

veröffentlicht am 12.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Die Bürger fragen sich, warum die Straße auch am Abend und am Wochenende voll gesperrt ist und die Autofahrer einen Umweg von rund 6,5 Kilometern in Kauf nehmen müssen. "Können die Bauarbeiter die Sperrung nicht aufheben, wenn sie Feierabend machen und morgens die Straße wieder dicht machen", war die bewegende Frage, die am Wochenende in Hattendorf und Antendorf diskutiert wurde. "So einfach ist das nicht", sagt der Bauleiter der Firma NNB aus Hessisch Oldendorf, Carsten Winkel, auf Anfrage unserer Zeitung. Schließlich würde es eine Menge Zeit und damit auch Geld kosten, die Schilder ständig hin und her zu räumen. "Das zahlt uns das Land nicht, weil es in der Planung nicht vorgesehen ist", so Winkel. "Es ist nicht damit getan, die Sperrungen direkt an der Baustelle wegzuräumen, um die Straße für den Verkehr freizugeben, sondern auch die vier Planskizzen und die Umleitungswegweiser müssten jedes Mal geändert werden", berichtet Detlef Hansel vom Straßenverkehrsamt des Landkreises Schaumburg als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde. Das sei zu aufwändig und zu teuer. Einen weiteren Aspekt führt der Pressesprecher des Landkreises Schaumburg, Klaus Hei-mann, an. "Wenn man die Straße nach Feierabend für den Verkehr freigeben würde, müsste man die Baustelle, also den Graben, sichern. Dazu kämen die Baken weiter auf die Mitte der Straße, so dass die Fahrbahn nicht mehr die Mindestbreite vorweisen würde", so Heimann. Also müsste man eine einspurige Verkehrsführung mit Ampelanlage einrichten. "Das ist zu teuer. Das Land muss schließlich sparen", so Heimann. Verlierer sind also einmal mehr die Bürger, denn die müssen mehr Zeit und Benzin investieren. Aber dafür bekommen sie schließlich einen Radweg. Noch bis zum 22. Dezember soll die L 439 voll gesperrt bleiben. Sollten sich die Bauarbeiten weiter verzögern, will der Landkreis allerdings prüfen, ob über die Feiertage und bis ins neue Jahr doch eine einspurige Verkehrsreglung ermöglicht wird.




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