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Vor Gericht: Elf Monate Haft wegen Körperverletzung / Bewährung könnte widerrufen werden

Vom Brandstifter zum Schläger

Bückeburg. Aus dem Brandstifter von der Georgstraße ist offenbar ein Schläger geworden. Elf Monate Haft wegen Körperverletzung in zwei Fällen und Nötigung hat das Amtsgericht gegen den 32-Jährigen verhängt. Mehr noch: Nach der Brandstiftung, begangen im Jahr 2007, war der Bückeburger zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt worden, deren Widerruf nun droht. Das wären weitere 17 Monate Haft. Gegen das jüngste Urteil ist allerdings noch Berufung möglich.

veröffentlicht am 08.03.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:21 Uhr

Staatsanwalt Timo Goldmann hält den 32-Jährigen für eine „Zeitbombe“ und befürchtet weitere Straftaten. Ähnlich sieht es Richter Dr. Dirk von Behren, der dem Angeklagten ein „hohes Gewalt- und Aggressionspotenzial“ bescheinigt, „insbesondere unter Alkohol“. Betrunken sei der Bückeburger unberechenbar. In mindestens einer der beiden Gewalttaten erkennt von Behren zudem „eine menschenverachtende Gesinnung“.

Mehrfach hatte der Bückeburger einen Mann, der nach einem Kneipenbesuch volltrunken (2,8 Promille) am Boden lag, nach Erkenntnissen des Gerichts gegen den Kopf getreten, wenn auch mit der flachen Sohle. Das Opfer erlitt eine Platzwunde am Kopf. Beide Männer hatten vorher zusammen gezecht. Das war im Juli vergangenen Jahres.

Der Schläger wollte offenbar Geld zurück, das er dem anderen Mann geliehen hatte. Er hatte 2,34 Promille Alkohol im Blut, „aber keinerlei Ausfallerscheinungen“, so von Behren, der den Angeklagten deshalb für „einen hochgradigen Trinker“ hält.

Nach der Tat legten der 32-Jährige und ein anderer Mann das Opfer neben eine Hecke, damit der Verletzte nicht sofort gefunden wurde. Auf der Flucht prahlte der Bückeburger gegenüber einem Passanten mit der Tat. Den zweiten Mann, der das Opfer mit zur Hecke getragen hatte, verurteilte das Gericht wegen unterlassener Hilfeleistung zu einer Geldstrafe von 520 Euro. Er hatte bei dem Übergriff tatenlos daneben gestanden.

Bereits fünf Monate zuvor war es vor derselben Kneipe zu einer Körperverletzung gekommen, verbunden mit Nötigung. Wiederholt hatte der Brandstifter einen Zecher, von dem er Geld wollte, mit der Hand gegen den Kopf geschlagen. Anschließend forderte er diesen auf, mit ihm nachts um drei Uhr zur Bank zu gehen, wo das Opfer am Automaten 50 Euro abhob. Angeblich hatte der andere Mann dem Täter das Geld gestohlen.

Verteidiger Volkmar Mirsch hatte in seinem Plädoyer in einem Fall Freispruch beantragt, im anderen eine Geldstrafe, deren Höhe er ins Ermessen des Gerichtes stellte.

Zumindest in Untersuchungshaft hat Mirschs Mandant bereits wegen Brandstiftung gesessen, zunächst nach dem Feuer an der Georgstraße, wo der Dachstuhl des Gebäudes fast völlig ausgebrannt war. Wegen des Brandes in einem Mehrfamilienhaus an der Wilhelm-Busch-Straße im Dezember 2011 geriet der einschlägig vorbestrafte Bückeburger erneut unter Verdacht und kam wiederum in U-Haft.

In erster Instanz verurteilte das Bückeburger Schöffengericht den Arbeitslosen dann zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis, bevor eine Berufungskammer des Landgerichts ihn im zweiten Prozess überraschend freisprach. Neun Menschen hatte die Feuerwehr an der Wilhelm-Busch-Straße evakuiert, zum Teil mit der Drehleiter. ly




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