weather-image
26°
Landrat Schöttelndreier zu Besuch bei Krömker Medizintechnik / In Kürze neue Halle

Von der Garagenbastelei zum Systementwickler

Röcke (bus). Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier hat den zweiten Platz der Wilfried Krömker Medizintechnik beim diesjährigen Innovationswettbewerb des Landkreises zum Anlass genommen, dem Röcker Unternehmen einen Besuch abzustatten. Schöttelndreier sparte nicht mit Lob für den Hersteller und Lieferanten technisch hochwertiger Medizinprodukte und Halterungssysteme. Die Entwicklung von einer Garagenbastelei zum Entwickler kompletter Systeme sei phänomenal, sagte der Landrat.

veröffentlicht am 14.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Wilfried Krömker erläutert die Produktionsabläufe des Röcker Unt

Krömker hatte die Jury mit der Entwicklung eines Intensivwagens für die innerklinische Transportversorgung überzeugt. "Im Anschluss an die Einlieferung in die Klinik werden gerade bei kritischen Patienten umfassende Versorgungsmaßnahmen erforderlich, die häufig in verschiedensten Behandlungsräumen zu bewerkstelligen sind", erläuterte Firmengründer Wilfried Krömker. Während des Transports würden nicht gesicherte Sauerstoffflaschen, Monitore, Beatmungsgeräte, Infusionspumpen und weiteres Equipment häufig einfach auf dem Bett oder einer Notfallliege platziert. Zudem müssten Intensivpatienten bei innerklinischen Verlegungen vollständig von der so genannten Festversorgung abgekoppelt werden. Krömker: "Dieses Handling kann im Genesungsprozess eine Verzögerung von mehreren Tagen bewirken." Das in Röcke entwickelte Fahrgestell integriert alle erforderlichen Gerätschaften, verfügt über eine eigene Stromversorgung, kann mittels einer Kupplung mit den Klinikbetten verbunden werden und ist beliebig aufrüstbar. "Wir liefern sozusagen eine kleine Intensivstation auf Rädern, die nach heutigem Erkenntnisstand über etwa 200 Kombinationsmöglichkeiten verfügt", erklärte der Fachmann. Schöttelndreier erinnerte an die Unterstützung des Landkreises während der Entwicklungsphase. Das sei "toll gelaufen", habe aber einen "Wahnsinnsaufwand" erfordert, mahnte Krömker einen Bürokratieabbau an. Aktuell entwickele sich der weltweit einzigartige Wagen zu einem der Renner im mehr als 600Produkte umfassenden Angebot des Unternehmens. Was nicht zuletzt der Bau einer 600 Quadratmeter großen Montage- und Ausstellungshalle belegt, für die in diesen Tagen in Röcke der Grundstein gelegt wird. Was den Landrat ebenfalls erfreute: Voraussichtlich im Oktober werden die derzeit 33 Arbeitsplätze der Medizintechnik aufgestockt. Darüber hinaus denkt Krömker darüber nach, Ausbildungsplätze zum Medizin-Gerätemechaniker anzubieten. Das sei nicht nur ein sehr interessanter sondern auch ein zukunftssicherer Beruf. "Die Kliniken suchen händeringend nach solchen Spezialisten", unterstrich der Inhaber.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare