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Joachim Bahndorf hat an der Allianz-Arena mitgewirkt – zur Sommeruni kommt er nach Rinteln

Von der Seifenblase zum imposanten Stadion

Rinteln (jaj). Ob es die Allianz-Arena in München ist, das Olympiastadion in Montreal, der Gotthardt-Tunnel oder ob es die 40 000 Zelte sind, die für die Pilger in Mekka errichtet wurden – an all diesen Großprojekten hat Dr. Joachim Bahndorf mitgearbeitet. Bahndorf ist Professor an der Fachhochschule Bielefeld und bereits zum dritten Mal als Dozent bei der Rintelner Sommeruni zu Gast. Egal, wo er gerade lehrt, ganz wichtig ist ihm dabei eines: „Lernen muss Spaß machen“, sagt er. „Dann geht es gleich viel leichter.“

veröffentlicht am 02.04.2012 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 20:41 Uhr

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Damit das Lernen Spaß macht, hat Bahndorf seine ganz eigenen Methoden entwickelt. Bei ihm beginnt die Vorlesung beispielsweise immer damit, dass die Studenten Seifenblasen machen. Und das hat einen tieferen Sinn: Die Studenten sollen die Eigenschaften der Seifenblasen verstehen – und für ihre spätere Arbeit nutzen. Bahndorf selbst hat das auch schon gemacht. „Seifenblasen waren die Basis für das Dach des Münchener Olympiastadions“, so der Ingenieur für Verkehrsbau und Vermessungswesen.

Auch das Konstruktionsprinzip der Münchener Allianz-Arena, für deren Außenfassade Bahndorf sich für 2800 Luftkissen entschied, sollen die Teilnehmer der Kurse nacherleben – mithilfe von verschiedenen Plastiktüten. Die Studenten blasen sie auf, bringen sie zum Platzen und reißen an ihnen. So erleben sie praktisch, dass einige Tüten weitaus stabiler sind als andere, und machen sich dann auf die Suche nach dem „Warum“. „So ging es uns damals auch“, sagt Bahndorf. Die Architekten hätten die Allianzarena entworfen, die Ingenieure mussten dann austüfteln, wie sie sie realisieren können.

Natürlich könnte Bahndorf seinen Studenten auch mit Computeranimationen unterrichten, „aber manchmal muss man Dinge einfach anfassen und ausprobieren“, sagt er. Ihm sei es wichtig, dass die Studenten die gelernten Dinge wirklich verstehen und nicht einfach auswendig lernen und dann direkt nach der Prüfung wieder vergessen. „Was man einmal mit der Hand gemacht hat, versteht man anschließend auch am Computer“, ist er sich sicher.

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Auch in seinen Kursen während der Sommeruni sollen die Teilnehmer deshalb selbst aktiv werden. In einem Kurs wird es zum Beispiel darum gehen, aus Spaghetti und Gummibärchen Brücken zu bauen. „Wenn die Spaghetti brechen, würden das die Baustoffe in der Realität auch tun“, erklärt Bahndorf, der auch Experte für Straßenbau und Bahnverkehr ist. „Nur dass die Spaghetti wenige Cent kosten, ein Schaden an einem Bauwerk aber gut und gerne ein paar Millionen betragen kann.“ Die Spaghetti stehen hierbei für Stahl – und die Gummibärchen für Verbindungsstücke. Doch wie kann eine Spaghettinudel in ein Gummibärchen gesteckt werden, ohne dass sie zerbricht? „Das sollen die Studenten selbst herausfinden“, sagt Bahndorf lachend. Nur so viel wird verraten: Es funktioniert. „Der Rekord liegt bei einer Tragkraft von 37,5 Kilogramm“, verrät er.

Mit welchen Hilfsmitteln Bahndorf seine Studenten auch unterrichtet – für ihn sind es immer vereinfachte Baustoffe. Und er hofft, durch seine Unterrichtsmethoden möglichst viele angehende Studenten für sein Fachgebiet begeistern zu können. „Wir können die Umwelt gestalten“, sagt er. Das sei schon etwas Besonderes.

Die achte Rintelner Sommeruni, bei der Professor Bahndorf gleich zwei Kurse gibt, findet vom 28. Juli bis zum 3. August statt. Wer sich bis zum 9. April anmeldet, profitiert vom Frühbucherrabatt und zahlt nur 89 Euro. Danach liegt der Standardpreis bei 112 Euro. Weitere Infos unter www.sommeruni-rinteln.de oder bei der veranstaltenden Volkshochschule Schaumburg unter (0 57 51) 89 02 10.




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