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Renault Deutschland AG verleiht Wilhelm Schöttelndreier die goldene Ehrennadel

Von der Zigaretten- zur Automarke

BÜCKEBURG. Wilhelm Schöttelndreier ist mit einer für die heutige Zeit relativ seltenen Auszeichnung gewürdigt worden. Der Inhaber des gleichnamigen Bückeburger Autohauses erhielt die goldene Ehrenadel der Renault Deutschland AG. „Wir verleihen diese Nadel für mehr als 50 Jahre treue Zugehörigkeit zur Renault-Organisation“, erläuterte Andreas Ripke im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

veröffentlicht am 22.07.2018 um 15:57 Uhr
aktualisiert am 22.07.2018 um 17:00 Uhr

Renault-Händler Wilhelm Schöttelndreier (2. v. l.) nimmt die Glückwünsche von Christian Hasper, Andreas Ripke und Christian Loél entgegen. Foto: bus
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Herbert Busch Reporter
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Eine über fünf Jahrzehnte andauernde vertrauensvolle Zusammenarbeit sei in der Automobilbranche nichts Alltägliches, gab der Leiter der Vertriebsdirektion Nord zu verstehen. „Ich bin schon ein wenig stolz, 50 Jahre ohne Irrungen und Wirrungen durchgehalten zu haben“, erwiderte der Chef der Firma, die jetzt seit 99 Jahren existiert. Er habe viele Händler kommen und gehen gesehen. „Wir sind zwischen Bielefeld und Hannover das einzige Haus, das 50 Jahre lang mit Renault durchgehalten hat“, ergänzte der Senior.

Der 79-Jährige erzählte während der Zusammenkunft, an der auch die in die Nachfolgeregelung der Geschäftsführung involvierten Mitarbeiter Christian Hasper und Christian Loél teilnahmen, allerhand Anekdoten. Seinerzeit sei der Begriff „Renault“ hierzulande nur durch die in der Aussprache ähnlich klingende Mentholzigarette „Reyno“ bekannt gewesen. „Ich habe aus der Zigarettenmarke eine Automarke gemacht“, erklärte Schöttelndreier schmunzelnd.

Und auch zum damaligen Autokennzeichen „STH“ wusste der Chef ein Histörchen zu berichten. Damals habe es immer geheißen, „da kommt der Steinhäger“. Womit – berechtigterweise – auf die gleichnamige Spirituose angesprochen worden sei. Darüber hinaus führte Schöttelndreier aus, dass er das erste Leasing in Deutschland auf den Weg gebracht habe. Als er der Paritätischen Lebenshilfe einen „R 4“ auf Mietbasis zur Verfügung stellte, sei der Begriff allerdings noch kaum jemandem geläufig gewesen.

Diese Aufnahme stammt aus den Anfängen des an der Scharnhorststraße angesiedelten Unternehmens. Foto: bus
  • Diese Aufnahme stammt aus den Anfängen des an der Scharnhorststraße angesiedelten Unternehmens. Foto: bus

„Wir waren und sind sehr erfolgreich“, schlug der Betriebswirt, der die Firma 1966 im Alter von 29 Jahren vom Vater übernommen hat, einen Bogen in die Gegenwart. Der Erfolg basiere nicht zuletzt auf der tollen Mitarbeiterschaft, die teilweise mehr als 40 Jahre lang mit ihm durch dick und dünn gegangen sei. Das 1919 gegründete Familienunternehmen ist das älteste Autohaus in Schaumburg.

Die Firma Renault wurde im Februar 1899 von den Brüdern Louis, Fernand und Marcel Renault gegründet. Um 1900 beschäftigen die drei bereits rund 100 Mitarbeiter. Seit 1907 ist die Marke auf dem deutschen Markt präsent. Die in Berlin angesiedelte Aktiengesellschaft war die erste ausländische Tochtergesellschaft der Franzosen. Zu jener Zeit tauchten Pferdekutschen im Straßenverkehr noch häufiger auf als Automobile. Heute arbeiten in der Bundesrepublik rund 18 000 Menschen für Renault. Mit rund 1000 Verkaufs- und Servicestellen verfügt die Firma über eines der dichtesten Händlernetze des Landes.




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