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Tödlicher Unfall auf der B 482: Sekundenschlaf Ursache? / Notfallseelsorger betreuen Rettungskräfte

Von England kommend auf dem Heimweg…

Petershagen (mt/Fortsetzung von Seite 1). Der Einsatzleiter der Petershäger Feuerwehr, Stadtbrandmeister Wilhelm Landree, umschrieb die Situation mit den Worten: „Ein Bild des Grauens. Die Kollegen müssen unter schwersten Bedingungen bergen.“ Petershagens Bürgermeister Dieter Blume ließ sich vor Ort persönlich von Landree und dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Walter Riechmann über das Geschehen an der Unfallstelle und die Bergungsarbeiten informieren.

veröffentlicht am 15.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 09:41 Uhr

Vermutlich befanden sich die sieben Personen in dem Kleinbus von einem Aufenthalt aus England kommend auf dem Weg nach Hause. Die Polizei fand in dem völlig zertrümmerten Fahrzeug einen Zettel, der auf eine Fährfahrt von Dover nach Calais hinweist.

In Wietersheim geriet das Fahrzeug der Familie aus bislang ungeklärter Ursache in einer lang gezogenen Rechtskurve plötzlich auf die Gegenfahrbahn. Der Fahrer des Sattelzuges versuchte noch auszuweichen, konnte den Frontalzusammenstoß aber nicht mehr verhindern. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der VW-Bulli um 180 Grad gedreht und kam völlig zertrümmert zum Stehen. Wie die Polizei später feststellte, waren alle Fahrzeuginsassen ordnungsgemäß mit Gurten beziehungsweise in den Kindersitzen gesichert.

Warum der 59-Jährige plötzlich den Multivan auf die Gegenfahrbahn lenkte, kann bislang nur vermutet werden. die Polizei schließt einen Sekundenschlaf oder auch ein Kreislaufversagen des Fahrers nicht aus.

Dekra-Sachverständige analysieren Unfallspuren.

Um die Unfallursache zu klären, zog die Polizei Unfallsachverständige unter anderem der Dekra hinzu. Eine Beamtin des Landeskriminalamtes unterstützte die Ermittlungen ebenso wie eine Hubschrauberbesatzung, die aus der Luft Unfallspuren auswertete.

Sowohl der VW-Kleinbus als auch der Lkw wurden von der Polizei sichergestellt.

Sieben Notärzte sowie Dutzende Rettungskräfte, Feuerwehrleute, Polizisten und auch ehrenamtliche Rettungsdienstler des Deutschen Roten Kreuzes waren am Unfallort im Einsatz. Zwei Notfallseelsorger betreuten die Rettungskräfte. Der Opferschutz der Polizei betreute gestern Nachmittag und Abend die Angehörigen der Unfallopfer.

Die B 482 war im Unfallbereich bis 16 Uhr weiträumig gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet.

In diesem Jahr gab es bereits 15 tödliche Unfälle im Kreisgebiet Minden-Lübbecke, darunter Mitte Januar ein Toter auf der als unfallträchtig geltenden B 482. Durch verschiedene Verkehrslenkungsmaßnahmen wie Zwei-Eins-Spurungen, wobei wechselnd jeweils eine Fahrtrichtung eine Überholspur erhalten hat, Abblendlichtempfehlungen auch am Tag, Starenkästen und Geschwindigkeitsbegrenzungen haben die Verkehrsbehörden in der Vergangenheit versucht, das Unfallrisiko zu senken.




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