weather-image
34°
×

1300 feiern ausgelassen: Karneval gefällt mit Kalauern, Kostümen und kessen Sprüchen zur Kommunalpolitik

Von Knuddeleinheiten und Männern vom anderen Stern

Apelern (nah). Weit mehr als 1300 Besucher können sich ganz einfach nicht irren. So viele haben die drei Prunksitzungen des Apelerner Karnevals erlebt, in denen weit mehr als 100 Akteure sich vier Stunden lang mit Gesang und Tanz, frechen Reden und originellen Szenen abwechselten. Wichtigen Anteil daran hatten rund 40 Helfer hinter den Kulissen: Deren Mühen vervollständigen erst den perfekten Auftritt im Scheinwerferlicht.

veröffentlicht am 30.01.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:42 Uhr

Neuerdings gucken noch mehr karnevalsbegeisterte Leute nach Apelern. Seitdem der hiesige Vorsitzende Karl-Heinz Thum zum landesweiten Chef des Narrenwesens aufgestiegen ist, stoßen hiesige Aktivitäten auf weitere Aufmerksamkeit. Keinen Respekt aber zeigten die lokalen Straßenkehrer, die Thums Karriere „vom Hausmeister zum Präsidenten“ spitzzüngig beschrieben und damit zugleich seine Funktion in der neuen örtlichen „Kulturschmiede“ kommentierten.

Natürlich bekamen die hiesigen Politiker ebenfalls ihr Fett weg – vom geplanten Kreisel in Rodenberg bis zum Fachwerkstreit in Lauenau. Schlagfertig keilte Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann zurück: „Wir werden uns in den kommenden Monaten wieder alle Mühe geben, viel Mist zu machen, damit ihr für die nächsten Sitzungen was habt“. Doch auch ohne politische Spitzen vom hiesigen Rathaus bis zum fernen Bundespräsidialamt dürften den fröhlichen Apelernern die Ideen für ihre Bühnenshows nicht ausgehen. Freche Sprüche in der Bütt reichten von der „Knuddeleinheit mit meiner Rüttelplatte“ bis zu geradezu vorbildlichen „Männern vom anderen Stern“. Und je nach geschlechterspezifischem Geschmack herrschte frenetischer Jubel bei flotten Tänzen in blitzender Korsage oder im knappen Herrenslip.

Dass Kostüme immer aufwendiger und diese von den Akteuren selber mit bis zu dreistelliger Summe finanziert werden, ließ Thum nicht unerwähnt. So kann das Publikum dem Traditionstreiben immer neue Seiten abgewinnen, diesmal ergänzt um mehr Musik und noch mehr choreografische Akzente: „Feuer und Eis“ auf der Bühne, Falcos „Rock me, Amadeus“ und sogar ein schwebender Geist unter der Hallendecke. Dass für solche perfekten Shows oder für die Auftritte von Funkenpaar und Rot-Weiß-Garde monatelang Übungsschweiß geflossen ist, dürfte spätestens auf der Bühne vergessen gewesen sein. So sonnten sich die Akteure in „Raketen“ und „Zugabe“-Rufen und nahmen blinkenden Lohn zur Erinnerung mit nach Hause: Für all die Mühen gibt es eben doch nur einen Orden.

„Feuer und Eis“ auf der Bühne: So mancher Auftritt gefällt mit Choreografie und Kostümen.

Foto: nah




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige