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Udo Mierau vermittelt in seinem „Deister-Süntel-Lesebuch“ lokale Geschehnisse und Wissenswertes über die Region

Von Sandstein, Soldaten und Stuhlfabriken

Rodenberg/Bad Nenndorf (nah). Wenigstens zehn Jahre hat Udo Mierau gesammelt. Der Heimatforscher interessiert sich für alle großen und kleinen lokalgeschichtlichen Besonderheiten: Menschen und Ereignisse, Firmen und selbst Brauchtum sowie plattdeutsche Sprichwörter. Jetzt hat er seine gewonnenen Erkenntnisse in gedruckter Form herausgegeben.

veröffentlicht am 22.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 07:42 Uhr

Sein „Deister-Süntel-Lesebuch“ dürfte so manchem langen Herbst- und Winterabend einen besonderen Reiz geben. Als Buchautor hat sich der ehemalige Betriebswirt längst einen Namen gemacht. Viele kennen die inzwischen vergriffene zweibändige Märchen- und Sagensammlung „Über den Deister gehen“, die eine Gesamtauflage von 12 000 Exemplaren erlebte. Zwei Bücher schrieb er über den eigenen Heimatort. Ein Nachschlagewerk über lokale Begriffe („Unterwegs im Deister-Sünteltal“) fand ebenfalls enorme Aufmerksamkeit. Weitere Bücher und Broschüren hatten Hermann Löns und Agnes Miegel zum Thema sowie kleine Details zur Nenndorfer Geschichte anhand historischer Ansichtskarten.

Weil Mierau aber immer weiter stöberte, Zeitzeugen befragte und in Archivakten blätterte, fand sich eine Menge Unveröffentlichtes, das nun auf 330 Seiten im handfreundlichen Format von 22 mal 22 Zentimetern entdeckt werden will. Es sind keine wissenschaftlichen Abhandlungen, auch wenn der interessierte Leser Hinweise auf Quellen und weiterführende Literatur erhält. Mierau will schon gar nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Für ihn ist die Sammlung der Geschichten eben im wahrsten Wortsinn ein „Lesebuch“. Deshalb müsse es nicht unbedingt von vorn nach hinten gelesen werden. Es gebe bestimmt Kapitel, die die sofortige Neugier wecken. Zum Beispiel auf die ehemaligen Stuhlfabriken im Gebiet zwischen Haste und Hülsede. Dass es in Algesdorf eine „Tischlereivereinigung“ gab, in Bad Nenndorf die „Hessische Tischindustrie Josef Heine“ und in Haste die „Niedersächsischen Sitzmöbelwerke“ dürfte vielfach schon vergessen sein.

Mierau berichtet auch über hiesige Soldaten, die 1812 Napoleon bei seinem Russland-Feldzug folgten, über Fremdarbeiter nach dem Zweiten Weltkrieg, über das „Funkdorf Annaturm“ im Deister, über Marathonläufe in Bad Nenndorf, Holzgenossenschaften im Süntel, den Obernkirchener Sandstein und über Persönlichkeiten, die aus der hiesigen Region stammten und regionale oder sogar weltweite Bekanntheit erlangten. Mit Brauchtum, Wetterregeln und plattdeutschen Sprichwörtern beginnt der Autor seinen unterhaltsamen Ausflug, wobei Letzteres für Zugereiste nicht rätselhaft bleiben muss: Die Begriffe folgen in hochdeutscher Übersetzung.

Das „Deister-Süntel-Lesebuch“ ist ab sofort im hiesigen Buchhandel erhältlich und kostet 19,50 Euro.




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