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1000 Jahre Meerbeck: Ernst Führung legt neue Dorfchronik vor / „Wichtiges und Nebensächliches“ zwischen Buchdeckeln

Von Schelmen, Knechten und Kriegs-Plünderungen

Meerbeck (ssr). „Wichtiges und Nebensächliches aus den vergangenen 1000 Jahren von Meerbeck und seinem Umland“. Diesen Titel trägt eine neue Dorfchronik, die aus Anlass der 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Meerbeck vorgelegt worden ist. Autor des 170 Seiten umfassenden Bandes ist der gebürtige Meerbecker Ernst Führing (55), als Herausgeberin zeichnet die Gemeinde verantwortlich.

veröffentlicht am 16.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:42 Uhr

Die Chronik ist strikt zeitlich geordnet. Damit unterscheidet sie sich von jener Meerbecker Dorfchronik, die der Heimatforscher Hermann Banser 1981 veröffentlicht hat. Diese ist nach Themenschwerpunkten gegliedert. Insofern präsentiert der jetzt vorgelegte Band von Führing eine neue Darstellungsform der Ortsgeschichte. Zudem bezieht Führing auch interessante Aspekte aus dem direkten Umland von Meerbeck ein. Der Autor hat nach eigenem Bekunden bewusst eine komprimierte Darstellung der Geschehnisse gewählt. Am Ende des Buches finden sich auf 25 Seiten Fotos aus der Dorfgeschichte.

Neben dem Werk Bansers hat Führing zahlreiche Originalquellen als Grundlage genutzt und dabei viel Neues gefunden. Das waren vorwiegend Protokolle der Gemeinde und von örtlichen Vereinen sowie, für die Zeit vor dem Jahr 1900, vor allem die Kirchenbücher. Eine große Fleißarbeit, die Führing nach eigenem Bekunden „viel Spaß gemacht hat“. Er habe eine enge Beziehung zu seiner Heimat Meerbeck, privat sei er ohnehin als Ahnenforscher unterwegs, erläuterte er seine Motivation.

Das Werk enthält viele konkrete Einblicke in das alltägliche Leben der jeweiligen Epoche. Einige wenige Kostproben:

Zur Chronik gehören auch Bilder aus dem Dorfleben.

Im Februar 1590 erhebt der Meerbecker Küster vor dem Amt Stadthagen Anklage gegen Godert von Oheim, weil er von diesem als „Schelm“ bezeichnet worden war. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden 1633 im Ort von Truppen unter anderem 16 Pferde, sieben Fuder Roggen und 32 Fuder Wicken requiriert. Für das Jahr 1739 ist verzeichnet: „Viele Knechte aus Meerbeck gehen im Sommer nach Holland zum Grasmähen. Da sie hier als Arbeitskräfte fehlen, wird die Hollandgängerei durch den Grafen verboten.“ Im Jahre 1960 verlieren als Folge der Schließung des Georgschachts „viele Bergarbeiter aus Meerbeck ihre Arbeit“.

Die Chronik ist zum Preis von 7,50 Euro im Büro der Gemeinde Meerbeck und in der örtlichen Sparkassenfiliale erhältlich (2,50 Euro gehen nach Mitteilung des Autors als Spende in die Jugendarbeit in der Gemeinde). Zudem können eine CD mit der überarbeiteten und aktualisierten Banser-Chronik von 1981 (9,50 Euro) – oder beide Werke als Paket (15 Euro) – erworben werden.




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