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75 Jahre Sachsenhagen: Feier im Ratskeller

Vor 55 Jahren stören Schützen den Gottesdienst

Sachsenhagen (jpw). Eine Menge Schützen-Erfahrung hat sich um den Tisch im Sachsenhäger Schützenhaus versammelt: Neben Horst Reimann, der seit dreieinhalb Jahren den Verein leitet, sitzt der Ehrenvorsitzende Egbert Lichtinger, links von ihm der ehemalige stellvertretende Vorsitzende Peter Stünkel. Sogar Paul Malucha ist erschienen, das älteste, noch lebende Mitglied.

veröffentlicht am 21.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 01:42 Uhr

„Wir wollen am 23. Oktober im Ratskeller unser 75-jähriges Bestehen feiern“, berichtet Reimann, und der Blick der älteren Herren richtet sich flugs in die Vergangenheit. Lichtinger wird während der Feierstunde die Vereinsgeschichte Revue passieren lassen. Er ist es auch, der in der Männerrunde den Blick auf das Jahr 1935 lenkt, als im Sportverein eine Kleinkaliber-Schießabteilung gegründet wird – das Datum, das die Schützen als ihr offizielles Gründungsdatum feiern. Der Kleinkaliberstand entsteht im Dühlholz, südlich des Mittellandkanals in Richtung Ottensen. Bereits zehn Jahre später wird er abgerissen und in Sachsenhagen nacheinander erst als Hühnerstall, dann als Pumpenhaus genutzt – bis er schließlich als DRK-Heim am Schützenplatz in unmittelbarer Nähe des heutigen Schützenhauses wieder aufgebaut wird.

Vor rund 60 Jahren beschließen die Schützenbrüder unter der Leitung von Carl Conradi, die Schießabteilung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu begründen – daran erinnert sich Malucha. Geschossen wird zunächst mit Kleinkalibergewehren im Wölpinghäuser Steinbruch.

Zum Schützenfest 1955 schoss erstmals der städtische Schützenkönig auf dem ersten eigenen Stand mit vier Seilanlagen und Handkurbeln auf dem Schützenplatz an. „Damals hat uns der Pastor das Schießen während des Gottesdienstes verboten“, berichtet Malucha mit verschmitztem Lächeln. Das durchdringende Geräusch der abprallenden Kugeln auf Metallplatten, die als Kugelfang dienten, störte den Geistlichen.

1957 trennten sich die Schützen vom Sportverein, 1964 erweiterte der Klub den Stand nebst der Halle mit einem Luftgewehrstand. Der Wechsel zum Kreisschützenverband „Nesselblatt“ erfolgte 1970.

Als „Katastrophe“ bezeichnet Lichtinger den großen und aufwendigen Umbau des Schützenhauses und der Schießanlagen von 1985 an, schließlich sei aber doch alles zur Zufriedenheit fertiggestellt worden.

Der Schützenverein begeht das 75-jährige Bestehen mit einer Feierstunde im Ratskeller, die am Sonnabend, 23. Oktober, um 15 Uhr, beginnt und für die nicht nur Reden, sondern „musikalische Unterhaltung und ein kleiner Imbiss“ versprochen sind.




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