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Luhdener Stammtischrunde zieht mit Trikes durchs Land / Tagsüber Naturgenuss pur und abends Wellness

"Vorn wie ein Motorrad und hinten wie ein Porsche"

Luhden (sig). Wenn gestandene Männer Ledermontur und Schutzhelm anlegen, die Motoren von chromblitzenden Dreirädern aufheulen lassen und dann in vorher vereinbarter Reihenfolge zu einer Dreitagestour starten, dann wirkt das wie das Realisieren eines Kindheitstraumes. Irgendwie trifft das schon den Kern - sieht man einmal davonab, dass die dreirädrigen Fahrzeuge der Kindheit nicht die Spur einer Ähnlichkeit mit den modernen Trikes hatten.

veröffentlicht am 09.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

"Das ist heute eine Mischung von Motorrad und Sportwagen und sieht von hinten wie ein Porsche aus", umreißt Hans Seegers die Optik dieser Fahrzeuge. Er ist einer von den fünf Mitgliedern eines Stammtisches, der sich vor 15 Jahren im Landgasthaus "Schinkenkruse" gründete und der sich dort seitdem alle vier Wochen trifft. Ihm gehören außerdem Paul Mühe, Uwe Mordhorst, Heinrich Rohde und Werner Schönbeck an. Vor einem Jahrzehnt kam das Quintett auf die Idee, eine gemeinsame Ausfahrt mit Trikes zu machen. Kaufen wollte keiner von ihnen ein solches Gefährt, aber zumindest für den geplanten Zweck anmieten. So einfach war dieser Vorsatz jedoch nicht zu verwirklichen. An vier verschiedenen Standorten lieh sich die Gruppe die mit VW-Motoren ausgestatteten Trikes aus. Zum Austragen von Rennen wie in der Formel I sind diese futuristisch anmutenden Fahrzeuge nicht geeignet. Sie haben nur zwischen 55 und 80 Pferdestärken und erreichen maximal 120 Stundenkilometer, wenn sie vorher niemand "frisiert" hat. "Wir fahren ohnehin nicht auf der Autobahn und nach Möglichkeit auch auf keiner Bundesstraße, denn wir wollen die Landschaft genießen, die wir gerade durchstreifen", erklärt Paul Mühe. Keiner überholt unterwegs den Anderen; die Reihenfolge in der kleinen Kolonne wird vor Fahrtantritt vereinbart. Dann verrät er noch, dass man das Trike mit einem Führerschein der früheren Klasse III fahren kann und nicht eigens dafür einen Motorradschein machen muss. Ganz stilvoll geht es bei jeder Ausfahrt zu. "Wenn wir ein Picknick in freier Natur einlegen, dann gibt es Tischdecken, Bestecke und Servietten", berichtete Hans Seegers. Ein Fläschchen "Hopfentee" gebe es erst abends nach der Zielankunft. Wo man dann Station macht, ist im Vorfeld geklärt. Nach einer Fahrzeit von sechs bis acht Stunden haben die Schaumburger Triker in der Regel das Hotel erreicht. Dort ist zunächst einmal Wellness angesagt. Dazu gehören der Besuch des hoteleigenen Schwimmbades und einer Sauna. Der Tag klingt dann mit einem geselligen Beisammensein aus. Es habe unterwegs auch Pannen gegeben, die man aber weitgehend mit vereinten Kräften und technischem Sachverstand beseitigen konnte - bis auf wenige Ausnahmen. Der Harz, die Heide, die Nordsee und das Sauerland sind die bevorzugten Ziele der Stammtischrunde. Diesmal wird die erste Vesper mit Schinken und Mettwurst auf Burg Greene eingelegt. Dazu gibt es Kaffee, Mineralwasser oder Limonade. Angst vor schlechtem Wetter kennen die Triker nicht. Sie sind mit Regenkleidung ausgerüstet. Das gemeinsame "Kennzeichen" sind die roten Jacken, die sie vor der Fahrt anlegen. Auf einem ihrer Fahrzeuge flattert zudem die Landesfahne von Niedersachsen und außerdem die Flagge von Kiel. Sie dokumentiert jene Zeit, in der Schleswig-Holstein noch dem Schaumburger Herrschergeschlecht gehörte. Aber das liegt schon eine Weile zurück...




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