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„Die müssen das schon länger vorbereitet haben“

Wahl-Drama beim DLRG Bückeburg

BÜCKEBURG. Beim DLRG-Ortsverein Bückeburg hat es anscheinend über längere Zeit Unzufriedenheiten gegeben, die sich auf die jetzige Vorstandswahl ausgewirkt haben. „Ich hoffe, dass wir hier die Kurve kriegen und den Laden am Laufen halten“, kommentierte der bisherige Vorsitzende Ortwin Kreft die Situation.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 15:55 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 21:26 Uhr

Gehören dem neuen – verjüngten – Vorstand des DRK-Ortsvereins Bückeburg an (v. li.): Katharina Schulz, Marcus Neitzert, Sabine Grages und Daniel Mohr. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite

BÜCKEBURG. Die Vorstandswahl bei der Jahresversammlung ist anders ausgefallen, als vom oberen Zirkel des DLRG-Ortsvereins Bückeburg geplant. Eigentlich hätte Klaus Schneider, der bisherige Leiter der Einsatzabteilung, neuer Vorsitzender werden sollen. So jedenfalls war es zuvor im Vorstand besprochen worden, nachdem der langjährige Amtsinhaber Ortwin Kreft angekündigt hatte, seinen Posten nach mittlerweile 35 Jahren abgeben zu wollen. Doch dann wurde aus der Versammlung heraus die zum Vorstandsteam gehörende Ausbildungsleiterin Sabine Grages als Gegenkandidatin vorgeschlagen.

Als die 40-Jährige daraufhin nicht gleich dankend ablehnte, sondern sich ein paar Minuten Bedenkzeit erbat, um zu entscheiden, ob sie zur Wahl antreten möchte, zeigten sich einzelne Mitglieder irritiert. Nach dieser Bedenkzeit erklärte Grages ihre Kandidatur für dieses Amt. Ein Paukenschlag!

Aus der Versammlung kam auf Nachfrage des als Wahlleiter fungierenden DLRG-Bezirksleiters Jörg Jennerjahn die Forderung, geheim wählen zu lassen. Diesem Antrag wurde entsprochen. Und wer meinte, viel spannender könne es nicht mehr werden, den belehrte die Auszählung der Stimmzettel eines Besseren: Zwei Stimmzettel waren ungültig, 19 Mitglieder votierten für Schneider und 19 Mitglieder für Grages – unentschieden.

Ortwin Kreft hört nach 35 Jahren als Bückeburger DLRG-Vorsitzender auf. Foto: wk

Noch einmal musste gewählt werden, wobei in diesem zweiten Durchgang 17 Stimmen auf Schneider entfielen und 21 auf Grages: Grages hatte gewonnen.

Dass es hier nicht einfach nur um die Besetzung eines Vorstandspostens ging, war kurz darauf zu erahnen, als die Wahl des Stellvertreteramtes anstand. Dieses war frei geworden, weil der bisherige Amtsinhaber Matthias Kraft nach 18 Jahren in dieser Funktion ebenfalls aus Altersgründen nicht erneut kandidiert hat. Als möglicher Nachfolger wurde nun Schneider vorgeschlagen, der aber kein Interesse hatte: „Ihr braucht mich heute Abend für kein Wahlamt mehr vorzuschlagen“, stellte Schneider hierzu klar.

Nominiert wurde dann Katharina Schulz, die bisherige Jugendvorsitzende. Auch sie erbat sich zunächst eine Bedenkzeit. Minuten später stellte sie sich zur Wahl. Von den insgesamt 40 stimmberechtigten Mitglieder votierten 27 für Schulz und zehn gegen sie; drei Stimmzettel waren ungültig. Bedeutet: Schulz ist neue Vize-Vorsitzende.

Darüber hinaus wurden an diesem Abend noch weitere Vorstandsämter neu besetzt: Marcus Neitzert (Schatzmeister), Mario Grages (stellvertretender Schatzmeister), Petra Geller (Ausbildungsleiterin), Judith Castenow (stellvertretende Ausbildungsleiterin), Daniel Mohr (Einsatzleiter) und Beate Schneider (stellvertretende Einsatzleiterin). Außerdem wurden diverse unterhalb des Vorstandes rangierende Posten per Wahl vergeben.

„Es hat mich hier heute einiges überrascht“, resümierte Kreft am Ende der rund dreieinhalb Stunden dauernden Jahresversammlung. „Ich hoffe, dass wir hier die Kurve kriegen und den Laden am Laufen halten.“

Anschließend stand er auch noch für ein Gespräch mit dieser Zeitung zur Verfügung: In den vergangenen Wochen hätten sich zwei Gruppen des Vereins „kontraproduktiv gegeneinander verhalten“, berichtete Kreft. Konkret nannte er hier die beiden Gruppen „Einsatz“ und „Ausbildung“. Dabei sei es seiner Vermutung nach „wahrscheinlich“ so, dass die Ausbildungsgruppe „das Gefühl hat, hinter der Einsatzgruppe zurückzustehen“. Tatsächlich werde diese aber überhaupt nicht benachteiligt, betonte er.

„Die müssen das schon länger vorbereitet haben“, kommentierte Kreft die kurz zuvor gelaufene Wahl. „Das ist eine total unschöne Situation.“ Deshalb befürchtete er, dass es länger dauern werde, das alles wieder einzurenken.

Als Umsturz sah Grages das Geschehen auf Nachfrage dieser Zeitung nicht, eher „vielleicht“ als „Umstrukturierung“. Zudem versicherte die 40-Jährige, vorher nicht gewusst zu haben, dass sie selbst bei der Versammlung für den Vereinsvorsitz vorgeschlagen werden würde.

Dass auf einen Schlag gleich etliche Ämter mit jüngeren Vereinsmitgliedern besetzt worden sind, bewertete Grages so: „Es kommen ganz viele junge Leute nach, die ein ganz anderes Empfinden haben.“ Dies zeige ja eigentlich, dass es im Verein laufe. Sie sagte aber auch: „Wir müssen schauen, wie es weitergeht.“

Schneider wollte sich auf Anfrage nicht weiter zu diesem Thema äußern.




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