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"Historischer Ortsspaziergang" führt quer durch Goldbeck / Als die Kanzlergattin das Naturschutzgebiet besuchte...

Wandertour zum höchsten Punkt des Landkreises

Goldbeck (who). Mit dem historischen Ortsrundgang durch Goldbeck schließen wir unsere gemütlichen Exkursionen durch die Taubenberger Orte. Mit fast 380 Metern über dem Meeresspiegel liegt beim nördlichen Ortseingang des Bergdorfes auch der höchste Punkt der Stadt Rinteln und auch des gesamten Landkreises Schaumburg.

veröffentlicht am 15.07.2008 um 00:00 Uhr

Wer die gut 18 Kilometer lange Anfahrt von der Rintelner Innenstadt hinter sich gebracht hat, wird dann jedoch mit zahlreichen schönen Aussichten belohnt. Sogar bis ins Lipperland und in Teile des Weserberglandes mit seinen benachbarten Höhenzügen reicht die Fernsicht. Der Ort Goldbeck mit seinen aktuellüber 530 Einwohnern ist ein typisches Haufendorf. Seine verschachtelten Straßen mit den dicht gedrängten Häusern sind charakteristisch für die mittelalterlichen Siedlungen Südniedersachsens. Wegen der schwierigen Bedingungen für die Landwirtschaft mussten sich viele Einwohner von je her ihren Unterhalt auf andere Weise verdienen. So unter anderem im 18. und 19. Jahrhundert als Leineweber und bis ins 20. Jahrhundert als Ziegler in der Fremde... Dorfstein: Die Inschrift auf dem Dorfstein im Ortszentrum, wo der historische Spaziergang beginnt, verweist auf diese Zeit: "In Goldbeck ist kein Gold zu finden, aber Steine gibt's in großer Zahl." Haus Kunkel: Das Haus Kunkel an der Meierberger Straße 16 (und natürlich etliche andere auch) gibt einen Eindruck davon, wie Goldbeck in früherer Zeit ausgesehen hat. Seine heutigen Besitzer haben es liebevoll unter Verwendung alter Materialien wieder hergestellt und zu einem der schönsten Aushängeschilder des gesamten Ortes gemacht. Gedenkstein: Neben dem Kriegerdenkmal für die beiden Weltkriege erinnert ein Gedenkstein an Konrad Menke als einzigen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 gefallenen Goldbecker. Grenzstein: Der Grenzstein Nummer 1 von 1725 markiert ein altes Dreiländer- Eck im Südzipfel Schaumburgs. Hier stießen früher aneinander: die Grafschaft Schaumburg, die noch zu Hessen-Kassel gehörte, das Kurfürstentum Hannover und die Grafschaft Lippe. Niedermoor/Lehmgrube: Im Niedermoor beziehungsweise in der Lehmgrube wurde einst Lehm für den Hausbau abgegraben. So entstand im 16. bis 19. Jahrhundert eine Bodensenke, die sich mit Wasser füllte. Das daraus entstandene Moorgebiet mit seiner speziellen Pflanzenwelt ist heute Naturschutzgebiet. Schevelsteiner Straße 11: Station Nummer sechs ist das Haus Schevelsteiner Straße 11. Es liegt schon jenseits der Landesgrenze und gehört mit seinem Baujahr 1765 zu den ältesten Häusern auf der Höhe. Naturschutzgebiet "Tiefe Sohle": Das Naturschutzgebiet "Tiefe Sohle" am Waldrand beherbergt auf einer Wiese, die nicht betreten werden darf, seltene Orchideenarten. Um 1980 hat sogar die frühere Kanzlergattin und leidenschaftliche Botanikerin Loki Schmidt das Gebiet besucht. Dabei sorgte ihre Landung mit einem Hubschrauber für einige Aufregung im Dorf. Haus Waldstraße 9: Das Haus Waldstraße 9 von 1868 gehört zur früheren Waldarbeitersiedlung Klein Goldbeck. Es repräsentiert den im Lippischen Bergland weitverbreiteten Typ eines relativ kurzen, aber hohen Vierständerhauses. Höchster Punkt: Station neun liegt am mit 378 Metern höchsten Punkt von Goldbeck beziehungsweise Rinteln und auch Schaumburg. Von diesem Ort aus öffnet sich ein Fernblick in Richtung Bösingfeld im Süden und nach Westen auf den Flecken Aerzen. Besonderheit: Hier oben liegt die Durchschnittstemperatur mit 7,5 Grad Celsius um gut zwei Grad unter dem Wert in Rintelner Kernstadt auf Weserniveau. Sägewerk/Windmühle: Der Rundgang endet beim Sägewerk, auf dessen Gelände im 18. Jahrhundert auf Initiative der Hessen-Schaumburgischen Regierung eine hölzerne Bockwindmühle errichtet wurde. Die Mühle brannte 1934 komplett ab und ein Backsteinbau mit einer motorgetriebenen Mühle ersetzte sie dann schließlich.




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