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Schnatfahrer besuchen Freiwillige Feuerwehr Meinsen-Warber-Achum / „Commission“ inspiziert FC-Neubau

Was Neues in Achum: Schnatgang mit dem Omnibus

Achum (bus). Der im Achumer Zusammenleben kellertief verwurzelte jährliche Schnatgang ist in diesem Jahr von einer Novität geprägt gewesen. Die anno 1890 per fürstlichem Dekret („…hat der jeweilige Ortsvorsteher in Gemeinschaft mit zu diesem Zwecke kommitierenden Mitgliedern die örtlichen Gegebenheiten alljährlich mindestens einmal einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen…“) verfügte Exkursion führte erstmals kilometerweit über die Ortsgrenzen Achums hinaus. Das Novum verwandelte die Winterwanderer in Schnatfahrer – das auswärtige Ziel wurde mit dem Omnibus angesteuert.

veröffentlicht am 22.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 08:41 Uhr

„Um die nicht mehr so marschiertüchtigen Teilnehmer nicht zu überfordern“, erläuterte Ortsvorsteher Gerhard Schöttelndreier, sei zum Besuch der Stützpunktfeuerwehr Meinsen-Warber-Achum eigens ein Großraumpersonentransportgefährt der Luxusklasse organisiert worden. Das Fahrzeug des örtlichen Busunternehmens, ein Modell der Kategorie „Royal Class“, bot ausreichend Platz, um neben etwa drei Dutzend „zivilen“ Wanderern offizielle Vertreter der Nachbarsiedlungen Müsingen (Gerhard Heinrichsmeier) und Meinsen-Warber (Ortsbürgermeister Rudi Beier) sowie der Meinsen-Warber-Achumer Blauröcke (Ortsbrandmeister Dirk Dehne) aufzunehmen.

Dehne erklärte den Gästen organisatorische Details der gemeinsam mit den Rusbender Kameraden im „Zug Nord“ agierenden Wehr, gab einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und demonstrierte den sehr gepflegten Zustand des Gebäudekomplexes. Die zweite Etappe führte die „Commission“ in die Achumer Feldflur, wo Schöttelndreier zur Verblüffung seiner Begleiter eine erstaunlich gut erhaltene Flasche „Achumer Schnatgeist von 1890 – grenzen- und parteiüberschreitend verträglich, bekömmlich und vereinend im Geiste“ aus dem Erdreich zauberte. Über eine Zwischenstation auf dem Schöttelndreierschen Anwesen wurde das Sportgelände des FC Hevesen angesteuert.

Der Ortsvorsteher konnte sich eine verhaltene Breitseite wider die Kritik am dort entstehenden Umkleidetrakt nicht verkneifen. „Wir erwägen jetzt eine Aufstockung, um die geforderten 22 Räume unterbringen zu können. Ins Erdgeschoss wollen diese einfach nicht hineinpassen“, gab Schöttelndreier bekannt. Um unterdessen umgehend eine Deutungshilfe für seine Aussage nachzuliefern: „Der Achumer Schnatgang fällt wieder in die Karnevalszeit und darum gehört auch immer ein bisschen Blödsinn dazu.“

Er verwahrte sich – mit durchaus ernstem Ton – aber gegen die Behauptung, der Achumer Ortsvorsteher habe eine Sanierung des Altteils gefordert. „Wer würde denn wohl für den abgängigen Altbau einen Neubau erstellen und den Altbau anschließend wieder sanieren wollen?“ lautete seine rhetorische Frage. Die überlieferte Handwerkerregel „wir bauen auf und reißen nieder, so haben wir Arbeit immer wieder“ besitze für das auf der Achumer Wiese entstehende Gebäude keine Gültigkeit. Während der Besichtigung war kein ernst gemeinter Einspruch zu vernehmen.

Auch das abschließende Haxenessen im Mehrzweckhaus dominierten positive Töne. Schöttelndreier bilanzierte eine „erfolgreiche Absolvierung der 119 Jahre alten Verpflichtung“. Er machte darauf aufmerksam, dass die aktuelle Auflage der Inspektionstour „die erste nach dem Beginn der großen Finanzkrise“ sei. Was ihn angesichts der weit zurückreichenden Tradition indes nicht sonderlich bedrücke. Der Ortsvorsteher: „Ich persönlich hege immer noch die Hoffnung, dass die Krise 2009 genauso an uns vorübergeht wie der Aufschwung 2008.“




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