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Stadtwerke erhöhen Preise zum 1. Januar 2019 um neun bis zwölf Cent

Wasser wird teurer

BÜCKEBURG. Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe werden mit Wirkung zum 1. Januar 2019 die Wasserpreise erhöhen. Die Kunden in Bückeburg und der Samtgemeinde Elsen zahlen mit 1,52 Euro brutto dann neun Cent mehr pro Kubikmeter, die Kunden in Stadthagen und Obernkirchen dann 1,66 Euro brutto je Kubikmeter, was eine Steigerung von zwölf Cent bedeutet. Die Grundpreise für den Wasseranschluss bleiben unverändert. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 150 Kubikmetern bewegt sich die jährliche Mehrbelastung um 20 Euro brutto.

veröffentlicht am 10.08.2018 um 15:25 Uhr
aktualisiert am 10.08.2018 um 17:30 Uhr

Symbolfoto: Fotolia
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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Einen entsprechenden einstimmigen Beschluss hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke in seiner Sitzung am Donnerstagabend gefasst, wie Geschäftsführer Eduard Hunker, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Stadthagens Bürgermeister Oliver Theiß, und der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach, am Freitagmorgen in einem Pressegespräch mitteilten. Hunker begründete den „Balanceakt“ zwischen weiterhin günstigen Preisen für die Verbraucher und der Wirtschaftlichkeit der Stadtwerke mit notwendigen Investitionen in die Infrastruktur in den kommenden 30 Jahren. Im Rahmen einer Untersuchung sei festgestellt worden, dass höhere Investitionen als bisher angenommen erforderlich seien, um die Wasserversorgung zu sichern.

Die hohe Anlagenintensität für die Wassergewinnung und -verteilung führe zu einem Fixkostenanteil von circa 75 Prozent. Diese Kosten würden unabhängig von der abgegebenen Wassermenge anfallen. Da die Menschen aber für den umweltbewussten und sorgsamen Umgang mit Trinkwasser sensibilisiert worden sind, ist der Wasserverbrauch immer mehr gesunken, während die Grundkosten für die Instandhaltung des Netzes und der Wasserförderung unverändert blieben. Da der Hauptteil der Erlöse auf die verbrauchsabhängigen Entgelte entfällt, entsteht eine Diskrepanz zwischen fixen Kosten und Erlösen in der Entgeltgestaltung.

„Unser Ziel muss es sein, eine nachhaltige Trinkwasserversorgung zu gewährleisten“, so der Geschäftsführer: „Unsere Schätze unter der Erde müssen nachhaltig gesichert werden.“ Der Investitionsbedarf dafür sei enorm und belaufe sich auf circa zwei Millionen Euro jährlich, um die hohe Versorgungsqualität und -sicherheit auch für künftige Generationen aufrechtzuerhalten.

Die neuen Preise liegen im unteren bis Mittelfeld der Stadtwerke der Kommunen der Region. Das letze Mal war der Wasserpreis 2014 erhöht worden. Rund 3,5 Millionen Kubikmeter verbrauchen die Kunden der Stadtwerke im Jahr.

Die unterschiedlichen Wasserpreise kommen übrigens dadurch zustande, dass Bückeburg und Eilsen ihr Wasser aus dem Wasserwerk Rinteln-Engern beziehen, während Stadthagen und Obernkirchen eigene Wasserwerke unterhalten. Im Zuge weiterer Tarifänderungen sollen die Preise in den kommenden Jahren „harmonisiert“ werden, wie Brombach und Theiß sagten.

Auch bei Strom und Gas werden sich die Kunden der Stadtwerke auf steigende Preise einstellen müssen. Wie der Geschäftsführer sagte, gebe es bei Strom und Gas „einige Turbulenzen bei den Preisen“. Die Prognose am 15. Oktober müsse abgewartet werden, ehe Genaueres gesagt und entschieden werden könne. Aber: „Wir werden eher gezwungen sein zu erhöhen.“

Die Stadtwerke haben den zum 30. September auslaufenden Vertrag nach längeren Verhandlungen mit dem Geschäftsführer um weitere zwei Jahre bis zum 30. September 2020 verlängert. Eigentlich hätte Hunker in Rente gehen können.

Die Stadtwerke werden sich auf die Konzession des Wasserverbands Wendthagen-Ehlen mit seinen 432 Kunden bewerben. Wie berichtet löst sich der ehrenamtliche Verband aus Altersgründen auf.

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