weather-image
23°
×

Neujahrskonzert im Gymnasium Adolfinum stilistisch breit gefächert – Publikum hingerissen

„We are the world – Baby, one more time“

Bückeburg (wk/vhs). Zum ersten Mal hat das Gymnasium Adolfinum zu einem Neujahrskonzert eingeladen und damit gleich in zweifacher Hinsicht einen Volltreffer gelandet. Nicht nur, dass die Veranstaltung dermaßen gut besucht war, dass ein Teil der Zuhörer das Geschehen auf der Bühne des Forums von den Treppenaufgängen aus verfolgen musste, die beiden Chöre der Schule, dessen Orchester und die Bigband lieferten auch ein überaus unterhaltsames Programm ab, das eine Vielzahl an Musikgeschmäckern bediente. Angefangen vom gesungenen Michael-Jackson-Klassiker „We are the world“ und Martin Sandbergs „Baby, one more time“ über die orchestralen „Vier Jahreszeiten“ Vivaldis und einen zackigen „Radetzkymarsch“ bis hin zum im Bigband-Sound intonierten funkigen „Chameleon“ des legendären Herbie Hancock. Und die Palette der gebotenen Genres war damit noch nicht am Ende.

veröffentlicht am 01.02.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 02:21 Uhr

Ein wenig verfrüht, aber nicht ohne Hintersinn präsentierte das Orchester des Gymnasiums Adolfinum unter der Leitung von Agnes Bergmann-Thiel den „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Frühlingsgeräusche, mit denen humorig eingeführt wurde, lösten die Winterstarre, ehe Timo Staaks, Rita Lerich und Alisa Wolschke als Soloviolinisten im Halbrund der Musiker – darunter auch Lehrer wie Martin Rüther, Hans Fabian und Rainer Joseph – ihr Bestes gaben. Bei einem Stück wie dem Radetzkymarsch ließen es die Akteure an Witz nicht fehlen.

Wie schon beim Auftritt des Projektchors (Leitung: Tobias Kästner) wurde die Freude über den Enthusiasmus der Akteure ein wenig getrübt: Gut 20 Mitwirkende, vorneweg so eindrucksvolle Sängerinnen wie Stella Offele, Lisa Runte, Victoria Schuster, Svenja Insinger, Anna Floeth und Hilal Güler und Mehrfachbegabungen wie Julius Becker, Timo Staaks und Moritz Möller, verlassen die Musikformationen des Bückeburger Traditionsgymnasiums in diesem Jahr. „Baby, one more time“ bekommt plötzlich einen ganz anderen Zungenschlag.

Aber lieben heißt immer noch loslassen, auch wenn es beiden Seiten schwerfällt und Künstlern besonders. Klaus Schnierl vom Verein der Adolfiner sagte es als Grußadresse der unermüdlichen Förderer auf seine Weise: „Musik schafft besondere Bindungen – untereinander, aber auch zur Schule!“

Die jungen Mitwirkenden des Vorchors werden sich noch nicht mit Abschiedsfragen beschäftigen, zumal da es für einige der Sänger („Dynamite: Abi 2019!“) um Dirigent und Begleiter Tobias Kästner der erste große Auftritt vor einem beeindruckt mitgehenden Auditorium im Forum der Schule war. Wir wollen es den beherzt und beschwingt Wirkenden, deren schwarze T-Shirts so schön kontrastieren mit leuchtenden Augen und fiebernden Seelen, wirklich gerne glauben: „We are the world!“ Nur eins glauben wir nicht (mehr): „Küssen verboten!“

Erscheint schließlich Udo Schatz mit seiner Bigband, weiß man: Neben Jazz, Pop und Rock vom Feinsten gibt es auch noch ein paar knappe Informationen zum Werdegang der faszinierenden Formation, zum gewachsenen Repertoire und zum Erfolgsrezept. Sie kommen cool auf die Bühne, sie machen ihr Ding, sie gehen völlig unberührt hinaus in die eisige Nacht und hinterlassen ein begeistertes Publikum, ob mit „Chameleon“ von Herbie Hancock oder dem Samba „Caravon“ von Duke Ellington. Doch auch hier heißt es Abschied nehmen: Mark Schulzik verlässt die Schule, Felix Grimpe geht, Josephine Werth, Victoria Münter, Johanna Paula und Matthias Greenslade gehen einfach mit. Klar, dass die Dankesworte der kommissarischen Schulleiterin Sandra Behsler besonders den Abiturienten 2011 galten, aber auch die jungen Techniker um Lutz Pfeiffer wurden nicht vergessen. Wann wäre der Evergreen wichtiger und wirkmächtiger als in der Stunde des Abschieds: „Lean on me!“




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige