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Gruppe „Drajmol“ gastiert im Hofcafé Peetzen 10

Wechselhaft wie das Leben selbst – so ist Klezmer

Petzen. Mit seiner emotionalen Reise durch jiddisches Liedgut ist das 2009 gegründete Ensemble „Drajmol“ am Freitagabend im dicht besetzten Hofcafé Peetzen 10 auf große Resonanz gestoßen. Nicht nur die ungewöhnliche, aber reizvolle Kombination von Gitarre, Gesang und Saxofon, sondern vor allem die inspirierte Umsetzung der mal zündenden, mal tieftraurigen Arrangements machten den Abend zu einem besonderen Klangerlebnis.

veröffentlicht am 11.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 19:41 Uhr

Autor:

Vokalistin und Musiktherapeutin Katharina Krämer, Gitarrist und amüsante Plaudertasche Wilhelm L. Grote sowie Saxofonistin Andrea M. Höfner nahmen rasch Fahrt und Sympathien auf, die sich im Laufe der über zweistündigen Schau immer mehr steigerten. Die noch gar nicht so lange gemeinsam agierende Truppe schlug mit ihren Liedern Brücken zwischen Generationen und Kulturen.

Man durfte immer das Gefühl haben, die Darbietungen kämen aus der Tiefe der Seele, denn die Solisten schienen mit Instrumenten und Stimmen zu lachen, weinen, sprechen und zu schweigen. All dieses gehört zu Klezmer, der im Mittelalter verwurzelten Werke osteuropäischer Juden, die auch als „Weltsprache der Seele“ bezeichnet werden.

Auf diese Weise übermittelten die Partner dem aufgeschlossenen Auditorium Töne, welche einerseits tanzten und sangen, gleichzeitig neben überbordender Lebensfreude aber auch Trauer und Melancholie zum Ausdruck brachten. Hier mit Klage, dort mit Witz jonglierend, vernahm man die Geschichte vom einsamen, verwunschenen Brunnen, Melodramatisches über Herz, Schmerz und Liebe, vollzog mit Händen und Füßen den rhythmischen Rebbetanz mit und spürte, dass jüdische Weisen Freude erwecken, aber genauso unter die Haut gehen können, wie etwa der Hilferuf aus dem Getto.

Ähnlich Kammermusikern harmonierten, stritten und wetteiferten die Ausführenden gleichberechtigt. Jeder wirkte sowohl solistisch wie auch als Teil eines harmonischen Ganzen. Da die Schranken zum Publikum fix gefallen waren, gab es von Beginn an kräftigen Applaus für die „Drajmols“. Dafür bedankte sich der Gitarrist im Namen seiner Mitstreiterinnen abschließend mit zwei feurigen spanischen Weisen.

Andrea M. Höfner, Katharina Krämer und Wilhelm L. Grote entführten musikalisch in die Welt der osteuropäischen Juden.

Foto: dis




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