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Todesfall überschattet Versammlung der Bückeburger Jäger

„Weichensteller“ wird schmerzlich vermisst

Nienstädt/Bückeburg (mig). Zum 60. Geburtstag hat sich das Blasorchester Bückeburger Jäger mit einem großartigen Jubiläums-Konzert und einer gelungenen CD-Produktion selbst kräftig beschenkt. „Man hat uns danach sehr gelobt, unser Orchester sei eine Klasse für sich. Diese Klasse kann man auch auf der CD hören“, freute sich der Vorsitzende Dirk Hasse bei der Generalversammlung. Traurig stimmte die Jäger dagegen der Tod zweier Führungspersönlichkeiten.

veröffentlicht am 07.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 02:21 Uhr

„Das ist ein ganz großer Verlust, Ehrendirigent Friedrich Glas und der Ehrenvorsitzende Ernst Dieter Rammacher werden uns sehr fehlen“, würdigte Dirk Hasse die Verstorbenen. Friedrich Glas, dem auch das Jubiläumskonzert gewidmet war, kam Anfang der 1970er Jahre über die Bundeswehr nach Bückeburg und war mehr als 20 Jahre Dirigent des Orchesters und Vorsitzender des Vereins Bückeburger Jäger. „Bei Friedrich Glas lag ein großer Teil des Engagements, wenn es darum ging, die Bundeswehr mit ins Boot zu holen; ein toller Synergieeffekt, der immer nur zum Wohle des Orchesters war“, betonte Dirk Hasse. Glas habe die Jugend gefördert, Profis zu den Jägern geholt und das Orchester mit der Vereinsgründung auf gesunde Füße gestellt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickte Hasse dann auf das Jubiläumskonzert zurück. „Wir hatten uns erst überlegt, es abzusagen. Wir denken aber, er hätte es so gewollt“, betonte Hasse. Das Konzert wurde Friedrich Glas gewidmet, zwischen den Stücken erinnerte Hasse an den „Weichensteller“. „Das Publikum war vom Konzert begeistert, man hat uns gesagt, dass unser Orchester eine Klasse für sich ist“, freute sich der Vorsitzende und lobte Walter und Volker Weiglein, die „als Vater und Sohn nebeneinander inzwischen zum 30. Mal ein Jahreskonzert gespielt haben.“ Die Bückeburger Jäger seien eine „starke Truppe“ und „sehr engagiert“ gewesen. Als einen sehr guten Einfall bezeichnete Hasse die Mitgliederwerbung im Rahmen der Konzerte: „Letztes Jahr hatten wir elf, dieses Jahr mindestens acht Neue; das wird eine feste Größe werden.“

Anschließend warb Hasse für den Kauf der neuen Jäger-CD. „Gut aufgelegt“ wurde im Kirchenzentrum Luhden von Felix M. Grossmann aufgenommen und glänzt mit 19 Stücken volkstümlicher und anspruchsvoller Bläsermusik.

Tipp: Die CD „Gut aufgelegt“ ist ab sofort in den Geschäftsstellen der Landes-Zeitung in Bückeburg und der Schaumburger Zeitung in Rinteln erhältlich.

Nach dem Jahresbericht von Geschäftsführer Arne Koller, ging der musikalische Leiter Heiko Deterding auf die klingenden Qualitäten des Ensembles ein. „Das Orchester hat sich in musikalischer und spieltechnischer Hinsicht stetig weiterentwickelt“, betonte der Dirigent. Das 60. Jubiläum der Bückeburger Jäger sei – gerade in Zeiten der Rezession und einer schnellebigen Gesellschaft – ein Beweis langfristiger Kontinuität. Viele Musikerinnen und Musiker hätten an dieser Erfolgsgeschichte mitgeschrieben und den Klangkörper so zu einem „Klassiker mit hohem Beliebtheitsgrad“ gemacht.

Das Orchester wurde 1949 von dem früheren Stabsmusikmeister an der Heeresmusikschule in Bückeburg, Paul Prager, als Orchestergemeinschaft mit dem Namen „Blasorchester Bückeburger Jäger“ gegründet. Sein Name erinnert an das Musikkorps des 7. Westfälischen Jägerbatallions, das 1870 in die heute Jägerkaserne verlegt wurde.




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