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27°
Juni deutlich zu warm, normal feucht und durchschnittlich sonnig

Weiter warten auf den Sommer

Landkreis. Der Sommer tut sich weiterhin schwer. Erst zum Wochenende deutet sich zaghaft ein sommerliches Intermezzo an. Dieses könnte ein schwacher Azorenhochkeil bringen, der die Bahn der Tiefdruckgebiete vorübergehend nach Nordosten ablenkt. Bis dahin bleibt das Wetter in der einfließenden wolkenreichen und kühlen Meeresluft wechselhaft mit wenig Sonne und Temperaturen unter 20 Grad. Ab Sonnabend besteht dann für zwei bis drei Tage Hoffnung auf längere Regenpausen, sonnige Abschnitte und sommerliche Wärme mit guten Grillbedingungen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:09 Uhr

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Dass der Klimawandel vor allem ein Problem rasch steigender Temperaturen ist, zeigte sich auch im vergangenen Monat wieder. Als nun schon zehnter Monat in Folge war der Juni erheblich zu warm. Im Schaumburger Land um rund zwei Grad, in Bückeburg bei einem Monatsmittel von 17,8 Grad um 2,1 Grad. Bückeburg brachte es in den sehr warmen ersten beiden Dekaden auf zehn Sommertage (über 25 Grad; normal sieben Tage) aber keinen "Heißen Tag" (über 30 Grad; normal einer). Damit war der Juni noch um 0,6 Grad wärmer als im vergangenen Jahr, mit dem als perfekt empfunden Wetter zur Fußballweltmeisterschaft. Die Höchsttemperatur wurde in Bückeburg am 11. Juni gemessen (29,5 Grad), der Tiefstwert am 27. Juni (9,2 Grad). Recht normal fielen diesmal die Niederschläge aus, die überwiegend in der zweiten Monatshälfte in Form heftiger Schauer oder Gewitter niedergingen. Bückeburg brachte es mit einer Monatssumme von 66 Liter/qm noch auf ein geringes Minus von acht Prozent. Die höchste Tagesmenge fiel am 21. Juni, als beim Durchzug von Gewittern im Stadtbereich bis zu 18 Liter/qm herunterkamen. Die Sonne lege mit 190 Stunden (plus fünf Prozent) nahezu eine Punktlandung hin. Im Gegensatz zu unseren Hoffnungen und Erwartungen ist der Urlaubsmonat Juli im Allgemeinen ein unsteter und oft kühler Geselle. Ausnahmen wie im letzten Jahr oder 2003 bestätigen da nur die Regel. Tatsächlich ist er im Durchschnitt der wärmste Monat des Jahres, hat aber auch - zusammen mit dem Juni - die höchsten Niederschläge zu verzeichnen. Klimatisch gesehen liegt das an der stärkeren Erwärmung des Kontinents in den Sommermonaten im Vergleich zum Atlantik. Die erhitzte Luft steigt über den Landflächen auf, wodurch hier der Luftdruck fällt. Zwischen dem quasi permanenten Azorenhoch und dem Kontinent kommt dann zum Ausgleich der Luftdruckgegensätze vor allem im Juli eine oft sehr stabile westliche Strömung in Gang, mit der immer wieder Regengebiete nach Mitteleuropa gelenkt werden. Eingelagerte Zwischenhochs können nur kurzzeitig für Wetterberuhigung und sommerliche Temperaturen sorgen. In Fachkreisen sind diese, in den einzelnen Jahren unterschiedlich starkausgeprägten Großwetterlagen, als europäischer Sommermonsun bekannt. In diesem Jahr ist die Ausprägung leider sehr stark.

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