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Verbandsversammlung erhält Einblick in den Masterplan und bringt die Bauleitplanung für das Projekt auf den Weg

Weiterer Schritt zur Realisierung des Containerterminals

Minden (bus). Die Verbandversammlung des Zweckverbandes „Planungsverband Regioport Weser“ hat einen weiteren Schritt zur Realisierung des westlich vom Schaumburger Wald am Mittellandkanal projektierten Containerumschlagplatzes unternommen. Die Versammlung beschloss (bei zwei Enthaltungen), auf Grundlage des vorgestellten Masterplanes „die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für die nachfolgende verbindliche Bauleitplanung innerhalb des Verbandsgebietes“ durchzuführen.

veröffentlicht am 21.05.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 15:21 Uhr

Ziel der Planung ist laut Beschlussvorlage die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für

Umschlagstellen mit Umschlagflächen am Mittellandkanal,

Sondernutzungen als hafenaffines Gewerbe und

die Neuordnung/Entwicklung des vorhandenen Hafen- und Gewerbestandortes Bückeburg-Berenbusch.

Der von Jens-Peter Huesmann (Planungsbüro „Drees & Huesmann“) präsentierte Masterplan beinhaltet den aktuellen Stand der Planungen

Containerhafen mit Anlegestelle (Kaje) am Mittellandkanal, Bahnanbindung, Umschlagsanlagen, Containerlagerfläche, Funktionsgebäuden und Außenanlagen,

ein hafenaffines Gewerbegebiet, eine verkehrsseitige Erschließung,

zur Ertüchtigung und Erneuerung des Hafens Bückeburg-Berenbusch,

zur Renaturierung der Bückeburger Aue und

zur Verlegung der Freileitung.

Während der Masterplan-Vorstellung schwang im Großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke allerhand Zukunftsmusik mit. Huesmann benutze mehrfach den Begriff „idealtypisch“ und machte darauf aufmerksam, dass die Darstellungen eine „maximale Ausbaustufe“ vor Augen führten. Der Plan zeige auf, wie Bückeburgs Baubereichsleiter Jörg Klostermann anmerkte, „wo die Container stehen könnten, aber nicht, wo sie zu stehen haben.“ Mindens Bürgermeister Michael Buhre verdeutlichte die Dimensionen des Vorhabens mit der Bemerkung „das macht man vielleicht einmal im Jahrhundert“.

Die bis ins Jahr 2025 zielenden Planungen gehen – „idealtypisch“ – von einem Containeraufkommen von beinahe 300 000 TEU aus. „TEU“ ist die Abkürzung für „Twenty-foot Equivalent Unit“, ein Maß für Kapazitäten von Containerschiffen und Hafenumschlagsmengen. Ein 20-Fuß-Container ist 6,058 Meter lang, 2,438 Meter breit und 2,591 Meter hoch. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 erreichten den Mindener Hafen insgesamt 15 516 TEU – 5 780 per Bahn und 9 736 per Binnenschiff. „Aufbauend auf den Anforderungen eines zukunftsträchtigen Containerumschlags wurde ein Hafenkonzept entwickelt, das die notwendigen Fragen der Anbindung zur Herstellung der Trimodalität (Wasser, Straße, Schiene) des Standortes berücksichtigt“, erläuterte Huesmann. Die aus der Potenzialanalyse abzuleitenden Umschlagsmengen ließen sich auf der Fläche für den Containerhafen bewältigen.

Das Projekt soll in zwei Abschnitten verwirklicht werden. Wobei zunächst Flächen parallel zum Kanal und zur Bahnlinie Minden-Nienburg bebaut werden. Huesmann bezifferte die Kosten beider Abschnitte mit jeweils 32 Millionen Euro. Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts mit den Kernvorhaben Hafenkaje und Umschlagsbereich wird 2013 gerechnet. Die Pläne sollen am Donnerstag, 27. Mai, im Bau- und Umweltausschuss des Bückeburger Stadtrates vorgestellt werden.

Unterdessen wurde just am Tagungstag der Verbandsversammlung bekannt, dass die Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven angeblich um ein dreiviertel Jahr auf August 2012 verschoben werden soll. Laut mehreren Medienberichten sollen sich die Realisierungsgesellschaft des Tiefwasserhafens, den auch Schiffe mit mehr als 12 000 Containern an Bord anlaufen können, und der künftige Betreiber Eurogate auf diesen Termin geeinigt haben.

Aufgrund der Wirtschaftskrise, heißt es in einer Veröffentlichung des NDR, seien die von Eurogate betriebenen Terminals in Bremerhaven und Hamburg nicht ausgelastet. Eine hauseigene Konkurrenz durch den Jade-Weser-Port würde die Situation für das Unternehmen noch verschärfen.




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