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„Miraculix“ aus dem Pitztal verspricht: 100 Prozent Natur in der neuen Staatsbad-Pflegeserie „fenesse“

Weltpremiere: Schwefel und Moor aus der Tube

Bad Nenndorf (rwe). Das Staatsbad Nenndorf hat gestern offiziell einen neuen Geschäftsbereich in Betrieb genommen. Im Foyer der Landgrafentherme präsentierte Geschäftsführer Peer Kraatz die neue Pflegeserie „fenesse“. In den weltweit einmaligen Produkten wurden die Nenndorfer Heilmittel Schwefel, Moor und Sole zusammen mit alpinen Kräutern, Honig oder Murmeltieröl verarbeitet, herausgekommen sind Cremes, Shampoos oder Lippenbalsam. Der Clou: Nach Angaben der Hersteller aus Österreich ist alles 100 Prozent Natur.

veröffentlicht am 11.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 21:41 Uhr

Es klingt fast zu schön um wahr zu sein. Wirkungsvolle Kosmetik ohne jeglichen Zusatz von Chemie, die Rohstoffe kommen aus der Nenndorfer Erde, von den Bergwiesen in Tirol oder werden gesammelt von 350 Bienenvölkern, die Martin Gundolf auf seinem Bauernhof im Pitztal hält.

Gestern kam der 37-jährige Imkermeister, der wegen seiner alchimistischen Künste den Spitznamen Miraculix trägt, gemeinsam mit Bergbauer Reinhard Schuler extra aus Österreich nach Bad Nenndorf, um die neue Pflegeserie des Staatsbades vorzustellen. Das landeseigene Unternehmen vertreibt nun unter dem Kunstnamen „fenesse“ (abgeleitet vom englischen Wort fen für Moor) eine eigene Kosmetikmarke. Und die beiden Tiroler sind die Garanten für die Reinheit und die Qualität in den Tuben und Töpfchen.

Sie begannen vor acht Jahren damit, aus heimischen Kräutern, Murmeltieröl, Bienenwachs und anderen Extrakten natürliche Pflegeprodukte zu entwickeln. Heute ist „alpienne“ laut Schuler die Hausmarke in mehr als 120 Wellness- und Spitzenhotels in den Alpen.

Einen ähnlichen Erfolg traut Staatsbad-Chef Peer Kraatz auch „fenesse“ zu. Gut 3500 Stunden Arbeit investierte Druide Gundolf nach eigenen Angaben, um die Nenndorfer Bodenschätze mit den Bergkräutern zu verbinden. Eine echte Herausforderung für den Forscher, dem es mit Alkohol, Blütenessenzen und ätherischen Ölen gelang, den Geruch des Schwefels zu bannen oder die Wirkstoffe des Moores und der aggressiven Sole zu nutzen.

Im Regal im neuen Shop in der Landgrafentherme sowie im Internet (unter www.fenesse.de) gibt es nun Massageöl aus Murmeltier und Moor, Haarshampoo aus Sole und Propolis oder eine Körpermilch aus Schwefel und Johanniskraut. Mit 85 Produkten in vier Serien geht das Staatsbad an den Start.

„Wir haben unsere Heilmittel vor Ort“, wünscht sich Kraatz eine Abkehr von Ayurveda oder Lomi Lomi hin zum Einsatz heimischer Rohstoffe. Das spart auch Energie. Schuler schätzt, dass seine familiäre Produktion, an der sich zum Teil das ganze Dorf beteiligt, mehr als 90 Prozent weniger CO2-Ausstoß verursacht als die industrielle Herstellung ähnlicher Waren. Diese Art des Klimaschutzes will er demnächst zertifizieren lassen und auf seine Packungen drucken – genau wie den Stempel „100 Prozent Natur“. Weltweit ist den Österreichern kein Hersteller bekannt, der dieses Siegel ebenfalls vorweisen kann.

Dass nun auch das niedersächsische Staatsbad damit werben darf, ist dem Zufall zu verdanken, so Kraatz. Zwar hatte er schon seit längerem die Idee, die „hauseigenen“ Rohstoffe Schwefel, Moor und Sole in die Tube zu pressen, das aber nur ohne Chemie. Die Industrie sei dazu nicht in der Lage gewesen, schildert Kraatz. Jedenfalls habe sich kein Hersteller gefunden, der ohne Emulgatoren und andere Zusatzstoffe arbeitet. Erst durch einen Urlauber stießen Kraatz und sein Marketingchef Christian Hoffmann auf „alpienne“ und den Tiroler Familienbetrieb. „Das hat auch menschlich gepasst“, betont Kraatz den hohen Stellenwert beider Firmenphilosophien.




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