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Adolfiner bringen eigenes anspruchsvolles Theaterstück auf die Bühne

„Weltuntergänge: Kopfüber“ – Experiment mehr als gelungen

Bückeburg. Mit einer spannenden Aufführung hat das Gymnasium Adolfinum ein weiteres Mal die hohe Qualität seiner Theaterarbeit unter Beweis gestellt. Das Schülerwerk „Weltuntergänge: Kopfüber“ erwies sich als enzyklopädische Material-Schlacht und Längsschnitt durch die europäische Geistesgeschichte.

veröffentlicht am 02.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:41 Uhr

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Am Anfang ist das Wort, das sagt schon die Bibel. In diesem Fall begann alles mit zwei Sätzen: „Warum schlafen Fledermäuse kopfüber“ und „Was kommt am Ende der Welt?“. Fragen, die die Akteure des Kurses 13ds2 „Darstellendes Spiel“ zu einem hochkomplexen Theaterstück „ganz ohne roten Faden“ – dafür aber mit Texten unter anderem von Georg Trakl, Peter Weiss oder Friedrich Nietzsche – ausweiteten. Leiter Timo Egemann: „Sie müssen sich alles selbst zusammenreimen. Das Stück ist ein Experiment.“

Ein Experiment, das eindeutig als geglückt zu bezeichnen ist. Zu danken ist das zum einen den Schauspielern, die mit viel Engagement und großem Können die schwierige Materie meisterten. Zum anderen lag das aber auch am Stück selbst, das sich zunächst ein wenig papieren, dann aber als hochspannend und mit vielen Regieeinfällen gewürzt präsentierte.

Gelungen auch der Aufbau dieser Theater-Collage. Leitmotiv war der Weltuntergang, von der persönlichen Katastrophe („Im Altersheim zu sein und nur noch an Maschinen angeschlossen, das ist mein Albtraum“), bis hin zum apokalyptischen Schlussbild (vereinzelte Menschen, die im Augenblick der Katastrophe mit sich selbst beschäftigt sind) spannten die Akteure einen weiten Bogen.

„Herr Kluge“ gab nicht nur Auskunft über Mentalitäten, Verhaltensweisen und Gruppensoziologie, das Werk funktionierte auch als Längsschnitt durch die europäische Geistesgeschichte und ihre romantische Weltuntergangs-Sehnsucht. Ein ganz großes Rad, das die Schüler an diesem Abend drehten: Zu Recht viel Beifall.




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