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Frau: Ich habe Papiere, Hund gehört meinen Bruder“ – Tierheim: „Wir haben einen Abtretungsvertrag“

Wem gehört „Joschi“? Frau und Tierheim im Clinch

Bückeburg (rc). Das Bückeburger Tierheim hat – wieder einmal – Ärger mit der Herausgabe eines Tieres: Dieses Mal geht es um „Joschi“ und „Püppi“, zwei seltene Zwergdackel.

veröffentlicht am 03.05.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:41 Uhr

Beide Hunde wurden von der vermeintlichen Besitzerin unter der Vorlage von Zuchtpapieren an das Tierheim abgegeben, weil sie angeblich keine Zeit mehr hatte, sich um die Tiere zu kümmern. Nun beansprucht allerdings eine Fuldaerin im Namen ihres Bruders, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, die Herausgabe von „Joschi“. „Ich habe den Hundepass für die Tätowierung und die Chipnummer“, sagte Rebekka Müller gegenüber unserer Zeitung.

„Uns sind unter anderem die Zuchtpapiere vorgelegt worden, der Abgabevertrag ist rechtmäßig und wahrheitsgemäß zustande gekommen“, argumentiert die Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung, Monika Hachmeister, gegenüber unserer Zeitung. Sie wolle und werde die beiden Hunde weitervermitteln, allerdings nur gemeinsam, „weil sie ein Herz und eine Seele sind. Das alles ist eine sehr traurige Geschichte. Es tut uns in der Seele weh.“

Aufgrund der „undurchsichtigen Geschichte“ im Hintergrund und der Eigentumsverhältnisse wolle und werde sie den einen Hund nicht an den Eigentümer beziehungsweise seine Schwester herausgeben. Durch den Abgabevertrag seien die Hunde Eigentum des Tierheims geworden, so Monika Hachmeister weiter. Und hat einen Anwalt zur Wahrung der Interessen des Tierheims kontaktiert – ebenso die Fuldaerin.

Nach Schilderungen der Schwester des Besitzers sei ihr Bruder vor einigen Monaten zu Besuch bei einer Bekannten in Bückeburg gewesen und habe den Hund dorthin mitgenommen. In Bückeburg sei der Mann dann festgenommen und in Untersuchungshaft gekommen. Zu den Gründen wollte sie sich nicht äußern. Da nun die Freilassung ihres Bruders bevorstehe, habe er sie beauftragt, den Hund zu suchen – was ihr nach einigen Wochen jetzt gelungen ist, als sie die Bekannte des Bruders ausfindig machen und den Verbleib des Hundes in Erfahrung bringen konnte. Die Bekannte habe den Hund, zusammen mit ihrem eigenen Hund, im Tierheim abgegeben.

Nun wolle das Tierheim den Hund nicht herausgeben, trotz der ihrer Meinung nach eindeutigen Rechtslage, so Rebekka Müller weiter: „Das Tierheim will einfach nicht mit mir kooperieren.“ Sie hat daher jetzt einen Rechtanwalt eingeschaltet, um die Rechtslage zu klären, und die Tätowierungsnummer und Chipnummer vergleichen zu können. Und mit einer Anzeige wegen Sachbeschädigung hat das Tierheim auch zu rechnen. Schließlich sei „Joschi“ in der Zeit im Tierheim kastriert worden – ohne Einverständnis des Besitzers.




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