weather-image
19°
×

„Südlink“: Alternative zu Freileitung

Wende mit Erdkabel?

Lauenau. Hat der Informationsabend am Dienstag im Lauenauer Sägewerk (wir berichteten) eine Wende in der anhaltenden Sorge vor dem Bau einer „Südlink“-Stromtrasse eingeleitet? Anstelle der bisherigen Planungen für eine Gleichstromleitung, die auch das östliche Schaumburger Land mit 65 Meter hohen Masten überspannen könnte, zeichnet sich eine mögliche Alternative mit einer unterirdischen Vollverkabelung ab.

veröffentlicht am 16.01.2015 um 03:26 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:22 Uhr

Während der Netzbetreiber „Tennet“ mit Verweis auf die bestehenden gesetzlichen Grundlagen an einer weitgehend überirdischen Stromversorgung von der Elbmündung nach Süddeutschland festhält und dafür – wie von unserer Zeitung bereits berichtet – vier Trassenvorschläge der Bundesnetzagentur zur Entscheidung vorlegen will, bündelt der Landkreis Schaumburg derzeit mit 16 weiteren betroffenen Kreisen seine Kritik am bisherigen Planverfahren und macht technische, rechtliche und gesundheitliche Bedenken sowie einen zu erwartenden volkswirtschaftlichen Schaden durch Folgen für Waldwirtschaft, Tourismus und sinkende Immobilienwerte geltend. Zugleich verlangt er eine Trassenführung durch dünner besiedelte Gebiete sowie als generelle Alternative eine komplette Erdverkabelung.

Der letztgenannte Vorschlag, den Landrat Jörg Farr mit seinen Amtskollegen vor Bundestagsabgeordneten am vergangenen Montag in Berlin vorgetragen hat, wurde im Sägewerk durch Äußerungen von Ingo Rennert genährt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Planungsbüros „Infranetz“ in Müden (Aller), das eigenen Angaben zufolge Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen projektiert, hielt das Muster eines Kabels in die Höhe, das bereits auf 805 See- und 420 Landkilometern allein in Deutschland verlegt worden sei.

Nach seinem Vorschlag würde die Leitung parallel zur A 7 in Wirtschaftswegen und anderen Nebenstrecken verlaufen. Ein weiterer Vorteil: Die schweren Kabeltrommeln könnten direkt auf der Fernstraße zu den Baustellen transportiert werden.

Landrat Farr sieht nun den Deutschen Bundestag als wichtigsten Adressaten für Forderungen an, für „Südlink“ eine komplette Verkabelung gesetzlich zuzulassen. Dies wird auch Gegenstand einer „Kabelkonferenz“ des Landkreis-Verbundes im Februar in Kassel sein. Schon ist von einer Petition die Rede, die die Forderungen zusätzlich unterstreichen könnte.

Farr hat außerdem Kenntnis von einem Referentenentwurf im Bundestag, dessen Inhalt für ihn „in die richtige Richtung“ gehe.nah

Seite 8




Anzeige
Anzeige
Anzeige