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Ehemalige Patienten stellen gemeinsam in der Wandelhalle aus / Sieben Hobbykünstler präsentieren ihre Werke

Wenn Reha-Kuren schlafende Talente wecken

Bad Eilsen (sig). Was macht man in der Freizeit, wenn das Puschenkino nichts Sehenswertes bietet – und das ist häufig der Fall? Etliche frühere Patienten des Eilser Rehazentrums haben auf diese Frage eine klare Antwort: „Dann wird eben gemalt oder gezeichnet.“ Einige Ergebnisse dieser Freizeitgestaltung sind derzeit in der Wandelhalle des „Fürstenhofes“ zu sehen.

veröffentlicht am 05.05.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:41 Uhr

Kerstin Henke, die für den Freizeitbereich der Klinik zuständig ist, hat eine ungewöhnliche Idee realisiert. Sie lud Frauen und Männer zu einer Ausstellung ein, die im Vorjahr zu einer Reha-Kur nach Bad Eilsen gekommen waren und sich dort in der freien Zeit kreativen Tätigkeiten zuwandten. Einige von ihnen fanden während ihres Aufenthaltes im Rehazentrum zur Malerei. Andere haben dieses Hobby hier wieder neu entdeckt oder einfach weitermachen wollen. Nicht ohne Grund versicherte Henke bei der Vernissage, dass außer den Therapien auch die Freizeitgestaltung ihren Beitrag zum Gesundungsprozess leiste. Diese soll zugleich Anregungen geben für die Zeit, in der Beruf, Familie und Haushalt wieder im Vordergrund stehen. Deshalb heißt die bis zum 20. Juni geöffnete Ausstellung auch „Inspirationen“.

Zu dem siebenköpfigen Team gehört Nicole Weber. Die Mutter von drei Kindern hat eigentlich nur wenig Freiraum für sich und irgendein Hobby. Deshalb genoss sie es besonders, in Bad Eilsen Zeit zum Malen zu bekommen. Inzwischen haben ihr Freunde Farben, Pinsel, Leinwände und sogar eine Staffelei geschenkt. Ihre Arbeiten erhalten eine besondere Note dadurch, dass sie zu ihren Bildern Gedichte verfasst.

Auch Jutta Weiberg hat erst während des Klinik-Aufenthaltes zur Malerei gefunden. Die meisten ihrer ausgestellten Bilder sind in Bad Eilsen entstanden. Während dieser Beschäftigung hat sie gespürt, dass man beim Malen den Kopf freibekommt und gut Stress abbauen kann.

Lars Samson beteiligte sich schon in der Schule gern am Kunstunterricht, bekam aber erst durch die Reha wieder Spaß am Malen. Jetzt setzt er dieses Hobby daheim fort. Im Gegensatz dazu besitzt seine Freundin Nicole Amann eine künstlerische Vorbildung. Sie besuchte eine Fachhochschule für Gestaltung und entschied sich für eine Ausbildung zur Goldschmiedin. Über einen längeren Zeitraum war sie als Illusionsmalerin tätig.

Alexander Kortschagin, der in Rinteln wohnt, hat sich schon immer mit Malerei und mit Grafik befasst. In der Klinik lernte er neue Techniken kennen. Inzwischen konzentriert er sich auf den Einsatz von Acryl- und Ölfarben.

Michael Lichtenfeld lernte in der früheren DDR nach der Schulzeit im sogenannten „Zeichenzirkel“ staatliche Kunsterziehung kennen. Erst durch den Klinik-Aufenthalt ließ er sein Maltalent wieder aufleben.

Ein Unfall wurde zu einem einschneidenden Erlebnis für Sarah Werenicz. Sie konnte keinen Sport mehr treiben und wandte sich kreativen Beschäftigungen zu. In Hannover entwickelte sie sich zu einer vielseitigen Malerin, die sich ebenso gern mit abstaktiven Motiven wie mit Landschaften beschäftigt. Inzwischen lebt sie in Hamburg.

Die 16-jährige Pianistin Katharina Henke übernahm die musikalische Ausgestaltung der Vernissage. Sie besucht das Stadthäger Ratsgymnasium und begleitet dort das Streichorchester.




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