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Jan-Uwe Zapke ins Amt als Pastor der Stadtkirche eingeführt / Großes Händeschütteln auf Empfang

„Wenn Sie Fragen zur Tierhaltung haben...“

Bückeburg (mig). Mit der Einführung in sein Amt ist Jan-Uwe Zapke jetzt auch offiziell Pastor der Stadtkirchengemeinde. Begrüßt wurde der 41-jährige Seelsorger im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes, anschließend stand ein Empfang im Gemeindehaus auf dem Programm. Dort konnten die Gemeindemitglieder den „Neuen“, seine Frau Sandra und die drei Kinder dann auch ganz persönlich kennenlernen.

veröffentlicht am 18.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 04:41 Uhr

Seinen Dienst in der Stadtkirchengemeinde hat Zapke allerdings nicht erst jetzt, sondern schon am ersten Dezember 2010 angetreten. Seitdem ist der Seelsorger für die Gemeinde tätig, in der Weihnachtszeit nahm er beispielsweise das Friedenslicht entgegen. Zuvor war Zapke fast zehn Jahre lang Pastor in der Kirchengemeinde Probsthagen. Dass man ihn dort nur ungern ziehen ließ, zeigte die rege Beteiligung seiner ehemaligen „Schäfchen“ an dem Einführungs-Gottesdienst. Deren Gefühle beschrieb der für die entsprechenden liturgischen Handlungen zuständige Superintendent Reiner Rinne so: „Sie nehmen voller Trauer Abschied von ihrem bisherigen Pastor und freuen sich auf den Neuen.“ Als ein Netz aus Beziehungen sieht Rinne, analog zum Apostel Paulus, auch die Gemeindearbeit gekennzeichnet.

„Beziehungen knüpfen, zueinander führen, das ist eine wichtige Arbeit des Pastors. Pastor sein ist eine komplexe Beziehungsaufgabe“, betonte der Bad Eilser Superintendent. Für Jan-Uwe Zapke gehe es daher nicht nur um einen neuen Dienstort: „In der Einführungshandlung wird der Pastor an die Gemeinde und die Gemeinde an den Pastor verwiesen.“ Er werde aber nicht mit ihr verheiratet, mahnte Rinne: „Pastoren sind keine Bigamisten.“

Im Anschluss an das Verlesen der Ernennungs-Urkunde folgte die Predigt des neuen Pastors der Pfarrstelle 4. Zapke ließ seine ersten Wochen kurz Revue passieren und berichtete vom „Zauber des Anfangs“ (Hermann Hesse). „Immer dann, wenn man etwas neu anfängt, ist das eine ganz besondere Zeit, wie bei der ersten Liebe oder der Geburt eines Kindes.“

Briefe des Anfangs seien auch die dem Predigttext zugrunde liegenden Paulus-Briefe: „Am Anfang stellt man klare Fragen und auch die kleine Gemeinde in Rom stellt klare Fragen: Was heißt das, Christ zu sein.“ Auch jetzt lebe man wieder in einer Zeit, in der Fragen wie „Was ist Glaube, was ist Kirche“ gestellt werden müssten.

„Für manche Menschen ist Kirche nur noch ein Museum. Kirche ist aber mehr als ein Gebäude. Kirche ist dort, wo Christus erfahrbar wird.“ Zapke weiter: „Freut Euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden, dann wird Christus erfahrbar. Wo das klar wird, hat der Glaube auch im 21. Jahrhundert die Antworten auf die großen Menschheitsfragen.“

Im Anschluss an den vom Gospelchor „Rhythm of Life“, der Kantorei und dem Posaunenchor musikalisch gestalteten Gottesdienst, wurde im Gemeindehaus ein kleiner Empfang abgehalten. Dort sprach der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Klaus Dieter Vogt, von einem „berührenden Gottesdienst“ und überreichte als „traditionelles Geschenk“ das „Duodez“ von Hermann Löns.

„Wir alle freuen uns über die schnelle Neubesetzung der vakanten Stelle von Dr. Zastrow“, teilte Vogt mit. In einer launigen Ergänzung bedauerte der Vorsteher, dass Zapke seinen kleinen Zoo (unter anderem zwei Schafe und 25 Hühner) nicht vollständig habe mitbringen können. Zapkes Angebot: „Wenn Sie Fragen zur Tierhaltung haben...“ Weitere Akzente will der Seelsorger vor allem auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendarbeit setzen. Um das zu erreichen, sollen den Teenagern verschiedene Events (Freizeiten) angeboten werden, bei denen sie ein schönes Gemeinschaftsgefühl erleben können. Wichtig sei, dass die Schwachen nicht außen vorbleiben, so wie dies in der leistungsorientierten Schule oftmals der Fall sei. Zapke: „Der Starke ist dann stark, wenn die Schwachen sich entfalten können.“




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