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Raphael Passarotto und Kevin Thompson bei Moorwannenrennen vorne

Wenn’s läuft, dann läuft’s richtig: Cappuccino ist schneller als Raki

Bad Nenndorf (rwe). Weniger Teams, aber genauso viel Spaß wie in den Vorjahren hat das Moorwannenrennen Teilnehmern und Zuschauern gebracht. Zehn Duos gingen vor dem Haus Kassel auf die Strecke. Am Ende siegten Raphael Passarotto und Kevin „Schoko“ Thompson aus dem Rennstall „Cappuccino Racing“ vor den Moorhaien des VfL Bad Nenndorf.

veröffentlicht am 29.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:42 Uhr

Schwimmer stehen aufgrund ihres immensen Trainingseinsatzes und der hohen Leistungsdichte ja immer ein wenig unter Generalverdacht, wenn es um Doping geht. Aber so unverschämt wie die beiden VfL-Starter Martin Hielscher und Philip Tölke hat noch niemand zu Hilfsmitteln gegriffen. Vor den Augen mehrerer hundert Zuschauer flößten sich die beiden „Moorhaie“ vor dem Finale im Moorwannenrennen eine hochprozentige Lösung ein. Lieferant war Bad Nenndorfs Gastronom Emin „Babas“ Ayyildiz, der vor dem ersten Endlauf die Flasche auspackte und den beiden VfLern noch schnell einen Schluck Raki reichte.

Doch auch der türkische Schnaps half dem VfL-Duo nicht gegen das „Cappuccino-Racing-Team“. Raphael Passarotto und Kevin „Schoko“ Thompson gewannen beide Läufe souverän, waren auf dem passend zur kommenden Fußball-WM gestalteten Parcours am Finaltag das Maß aller Dinge. Das Organisationsteam um KurT-Geschäftsführerin Silke Busche hatte sich für den Rundkurs am Haus Kassel wieder raffinierte Stationen einfallen lassen.

Die Teilnehmer mussten sich wie Fußballfans kleiden. Mit, Sonnenbrille, Girlande und schwarz-rot-goldenem Hut ausstaffiert schoben sie die schweren Bottiche übers Pflaster. Sogar eine Durchfahrt im Stil der Torwand des ZDF-Sportstudios hatten KurT-Chefgärtner Andreas Knorr und seine Kollegen extra hergestellt. Da tat es dem Spaß auch keinen Abbruch, dass sich nur zehn Teams den Aufgaben stellten.

„Es ging sehr fair zu, keiner hat genölt“, sagt Knorr. Und auch Busche sah „klasse Rennen“. Durch die Osterferien seien es weniger Teilnehmer gewesen. Sie will den Wettbewerb auch kommendes Jahr starten: „Wann, wie und in welcher Form hängt von der Strecke ab“, sagt Busche und verweist auf die geplante Innenstadtsanierung. So könnte der gewohnte Platz vor dem Haus Kassel wegen der Bauarbeiten gesperrt sein.

„So lange die Wannen da und heile sind, wird es ein Rennen geben“, verspricht auch Bürgermeisterin Gudrun Olk, die ebenfalls dem Organisationskreis angehört und sich mit Busche, Knorr und Frank Lohmann die Spiele ausdenkt und auch ausprobiert. Die selbst gebastelten Tore werden nun eingelagert und möglicherweise für eine andere Veranstaltung genutzt oder umgebaut. Die Zusage, den Wettbewerb nicht sterben zu lassen, dürfte vor allem die unterlegenen Finalisten freuen, die den „verdienten Sieg“ von „Cappuccino Racing“ anerkennen. Passarotto und Thompson hatten zuvor in vier Durchgängen auch die beste Zeit vorgelegt.

In seinem persönlich sechsten Anlauf reichte es für „Moorhai“-Veteran Martin Hielscher erneut nicht zum großen Preis von Bad Nenndorf. „Hauptsache auf dem Treppchen“, freute er sich auch über Platz zwei. Der Bad Nenndorfer wundert sich nur, warum sich nicht noch mehr Vereine zu dem Spaß melden. Er kündigt für 2011 jedenfalls einen neuen Versuch an, den Titel zu holen. Dann vielleicht ohne Raki.




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