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55 Teenager lernen beim 7. Mädchenaktionstag Selbstvertrauen, Eigenverantwortlichkeit und Teamgeist

Wer in den Amazonas fällt, ist Piranha-Futter

Obernkirchen (rnk). Als sich die Mädchen das erste Mal sehen, spricht eine aus, was die Mehrheit vielleicht denkt: "Das gibt wohl Zickenterror." Nicht ganz unwahrscheinlich bei 55 Teenagern im Alter zwischen zehn und 14 Jahren, die zwei Tage lang im jbf-Centrum auf dem Bückeberg an den siebten Mädchenaktionstagen teilnehmen.

veröffentlicht am 29.03.2007 um 00:00 Uhr

Bogenschießen: Jennifer (vorn) und Carolin üben Disziplin und Ko

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als Mädchen denkt. Auf die Teilnehmerinnen wartete ein derart umfangreiches wie sportliches Angebot, dass an persönliche Rivalität gar nicht mehr zu denken war. Als die Betreuer am Abend des ersten Tages die obligatorische Gute-Nacht-Geschichte vorlesen wollten, musste sie ausfallen: Alle schlummerten schon selig in Morpheus Armen. Den Mädchen einen Schonraum zu geben, in dem sie sich nicht in Konkurrenz zu Jungen befinden und sich ohne Hemmungen - auch in Jungenbereichen - ausprobieren können, das ist der Hintergedanke des Mädchenaktionstages, den der Arbeitskreis für Mädchenarbeit des Landkreises veranstaltet. Ressourcen und Fähigkeiten erkennen und stärken, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl fördern und entwickeln, die Eigenverantwortlichkeit stärken: In fünf Workshops können die Teilnehmerinnen aus dem Landkreis ihre persönlichen Stärken kennen lernen. Rhönrad, Klettern, Bogenschießen, Taek wondo und Reiten gibt es als Angebot, Reiten und Klettern sind nicht ganz unerwartet die Renner. Beim Klettern, so erklärt Christine Lange von der Kirchengemeinde Sülbeck, kommt es nicht nur auf die eigenen motorischen Fähigkeiten an, es muss auch Vertrauen entwickelt werden: zu der Gruppe von wildfremden Menschen, die den Kletterer sichert und dann abseilt. Nach einem Tag beherrschen die Mädchen die notwendigen Knoten für die Seile so gut, dass sie sie sogar hinter dem Rücken ausführen können, bei den ersten Klettertechniken stellten sie sich vor, sie würden den Amazonas überqueren: Wer fällt, ist Futter für die Piranhas. Bogenschießen ist nicht nur ein Sport für Jungen, sondern auch für Mädchen, stellt Cornelia Roß erst einmal klar. Aber die eigenen Fähigkeiten müssen schon koordiniert werden, um Erfolg zu haben, erklärt die Trainerin der Bogensparte im Schützenverband Stadthagen: Der ganzheitliche Aspekt wird hier gelernt. Konzertation auf das Ziel und den eigenen Körper, die richtige Atmung und Haltung, sowie viel Disziplin werden verlangt. Schließlich gilt es unter Wettkampfbedingungen, mit sechs Pfeilen in vier Minuten möglichst viele Ring zu erzielen. Auch beim Reiten und beim Rhönrad werden individuelle Fähigkeiten und Teamgeist verbunden und ausgebaut, beim Taekwondo sind die erlernten Fähigkeiten vielleicht am verblüffendsten: Nach wenigen Stunden können alle Teilnehmerinnen sicher auf dem linken Bein stehen, während sie mit dem rechten eingedrehten Fuß den Angreifer gezielt stoppen. Aber hallo.

Und nimm das, du Schurke: Taekwondo macht stark. Fotos: rnk
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Klettern: Körperbeherrschung und Vertrauen.
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Pauline hat gut lachen: Sie ist gesichert.
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