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Alleinerziehende Mutter ist Ziel von Straftaten / Polizei wertet Spuren aus

Wer macht sowas? Kinderspielzeug und Garten sinnlos zerstört

Meinsen (wk). Zerschnittene Sitzflächen und Rückenlehnen von Gartenstühlen, ein zerfetzter Sonnenschirm, eine beschädigte Wäschespinne, zerstörtes Kinderspielzeug und umgeknickte Kübelpflanzen – schon drei Mal ist der kleine Garten von Melanie Bredemeier in den vergangenen Wochen sinnloser Zerstörungswut zum Opfer gefallen. Zudem wurden der alleinerziehenden Mutter aus Meinsen bei den beiden jüngsten Ereignissen mehrere Reifen ihres Autos zerstochen.

veröffentlicht am 31.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 07:21 Uhr

„Ich stand völlig unter Schock und hab’ gedacht, das gibt’s doch gar nicht“, schildert Bredemeier den Moment, als sie ihren Garten das erste Mal „völlig verwüstet“ vorgefunden hatte. In der Nacht von Samstag, 3. Juli, auf Sonntag, 4. Juli, hatten der oder die Täter zugeschlagen. Zwar schaltete die 34-Jährige sofort die Polizei ein, glaubte seinerzeit jedoch noch an einen Einzelfall.

Vielleicht gibt es jemanden, der sie „einfach nur ärgern“ will, habe sie damals noch gedacht, berichtet Bredemeier. Seit den beiden anderen Taten, die in den Nächten von Freitag, 23. Juli, auf Samstag, 24. Juli, und von Samstag, 24. Juli, auf Sonntag, 25. Juli, verübt wurden, geht sie jedoch davon aus, dass es sich um gegen ihre Person gerichtete Attacken handelt: „Das wird nicht abreißen, weil mir jemand schaden will“, sagt die Meinsenerin. Richtiger „Terror“ sei das. Wenn es stattdessen nämlich ein Dummer-Jungen-Streich gewesen wäre, hätte es auch in anderen Gärten Schäden gegeben. Auch wegen dieser beiden Ereignisse hatte sie umgehend die Polizei eingeschaltet.

Aus ermittlungstaktischen Gründen könne man derzeit nicht allzu sehr ins Detail gehen, hält sich Werner Heine, Kriminalhauptkommissar beim Polizeikommissariat Bückeburg, auf Anfrage bedeckt. Nur so viel: Man habe Spuren vom Tatort gesichert, die jetzt in einem Labor ausgewertet werden. Zudem geht auch die Polizei davon aus, dass die Sachbeschädigungen „persönlich gegen die Frau gerichtet“ sind. Im Zuge der Ermittlungen sollen daher demnächst Gespräche mit verschiedenen Personen geführt werden.

Laut Heine handelt es sich bei den Sachbeschädigungen um „ernste“ Straftaten gemäß Paragraf 303 des Strafgesetzbuchs, die mit bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug oder einer Geldstrafe geahndet werden können.

„Wie krank muss man sein, alles zu zerstören?“ fragt sich Angela Pohl, die Mutter der 34-Jährigen, mit Blick auf die vielen Vandalismusschäden. Ihre beiden Enkelkinder (vier und sieben Jahre alt) seien durch die Taten ganz unsicher geworden und hätten Angst, in den Garten zu gehen. Und sie selbst habe mittlerweile ebenfalls Angst – um ihre eigene Tochter und die beiden Enkel.

„Da denkt man wirklich pausenlos dran“, bestätigt Bredemeier. Außerdem sei es „schrecklich, wenn man sieht, wie die Kinder darunter leiden“. Zumal da diese bereits die vor einigen Monaten erfolgte Scheidung ihrer Eltern haben verkraften müssen.

Wie die Zukunft aussieht? „Ich versuche eigentlich, normal weiterzuleben“, sagt die 34-Jährige, gibt aber zu, dass sie schon vorsichtiger und nachts hellhöriger geworden ist. Und selbstverständlich hofft sie, dass die Bückeburger Polizei dem kriminellen Treiben bald ein Ende machen kann.

Die Meinsenerin Melanie Bredemeier ist sich sicher, dass die von einem oder mehreren unbekannten Tätern verübten Straftaten auf sie persönlich abzielen.

Fotos: wk




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