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Erhalt der Grundschule geht Kleinenbremern über alles / Längere Betreuungszeiten im Gespräch

Werben um Familien mit kleinen Kindern

Kleinenbremen (ly). Im Bemühen um den Erhalt der Kleinenbremer Infrastruktur rangiert das Fortbestehen der Grundschule auf Platz eins. Dies ist ein Ergebnis der jüngsten Zukunftswerkstatt (20 Teilnehmer).

veröffentlicht am 11.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 06:21 Uhr

„Immer mehr Kinder aus dem Dorfe gehen nicht zur Kleinenbremer Grundschule“, sagt Friedrich Vogt, Vorsitzender des Bezirksausschusses. „Hintergrund sind die Betreuungszeiten.“ Mit der Stadt und dem Betreuungsverein soll nun geklärt werden, ob verlängerte Betreuungszeiten (zurzeit bis 14.30 Uhr) inklusive Mittagessen möglich sind.

Um offenen Ganztagsbetrieb, der ab dem neuen Schuljahr an sieben Portaner Grundschulen angeboten wird, ging es in der Zukunftswerkstatt nicht. Eine Einführung war mangels Interesse gescheitert. Verlängerten Zeiten würde sich der Betreuungsverein grundsätzlich nicht verschließen, wie dessen Vorsitzender Hans-Heinrich Hartmann auf Anfrage erklärt.

Zunächst müsse aber die organisatorische und finanzielle Seite geklärt werden. „Außerdem brauchten wir Leute, die das längerfristig machen würden“, so Hartmann. Mit den Angeboten der Schule haben die rückläufigen Schülerzahlen nach Überzeugung Vogts nichts zu tun. „Die Schule bietet sehr viel, zum Beispiel zahlreiche Kurse“, betont er.

Beim Werben um Familien mit Kindern hat der Vorsitzende nicht zuletzt Mitarbeiter der Schäfer’s Brot und Kuchen-Spezialitäten GmbH im Auge. Wie berichtet, verlagert das Unternehmen seine Produktion von Osnabrück nach Kleinenbremen. „Die bisherigen Pendler werde ich zu Gesprächen einladen, um sie von den Vorzügen des Wohnortes Kleinenbremen zu überzeugen“, kündigt Vogt an. Als da wären: Schule, Kirche, Kindergarten, Supermarkt, Nähe zu Bückeburg, reges Vereinsleben, gute Verkehrsanbindung. Mehrere Schäfer’s-Beschäftigte seien bereits umgezogen, andere hätten konkretes Interesse gezeigt.

Erfolge zeigt auch die Aktion des Bezirksausschusses gegen Leerstände, deren Ergebnis eine Liste mit etwa 20 Wohnungen und mehreren Häusern war. „Einige sind vermittelt worden“, berichtet Vogt. „Überrascht hat mich die Nachfrage. Bei Familien mit zwei und mehr Kindern gibt es einen Bedarf.“ Auf der anderen Seite tun sich Vermieter und Verkäufer schwer, leer stehenden Wohnraum zu melden – ein mühsames Geschäft.

An die über 70-Jährigen, deren Anteil in Porta Westfalica in den nächsten 25 Jahren um mehr als 40 Prozent ansteigen soll, denkt die Zukunftswerkstatt ebenfalls. Bis spätestens 2020, so das Fernziel, soll ein Komplex mit seniorengerechten Wohnungen entstehen. Auf Wunsch soll es zusätzliche Dienste geben. „Mit einem möglichen Investor habe ich bereits gesprochen“, berichtet Vogt.

Weniger Nachwuchs, mehr Alte: Demografischer Wandel macht auch vor Kleinenbremen und Wülpke nicht Halt. Seit 2005 ist die Zahl der bis zu zehnjährigen Kinder von 349 auf 278 gesunken, Schülerzahlen gehen zurück. Bei den Senioren über 65 verzeichnet die Statistik im Zeitraum zwischen 2005 und 2008 ein Plus von 36 Personen.

Gerade frisch gestrichen: Hinter den Mauern der Kleinenbremer Grundschule wird überlegt, ob längere Betreuungszeiten das Rezept gegen rückläufige Schülerzahlen sind. Foto: ly




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