weather-image
13°
×

Gefordert: "Qualifizierte Bedarfsanalyse"

Wichtelburg: Rat für Erweiterung auf 60 Krippenplätze

Rinteln (crs). Lange, lange hat der Rat in seiner Sitzung am Donnerstagabend diskutiert - und letztlich doch einstimmig beschlossen, das Betreuungsangebot für Kleinkinder in der Wichtelburg zum nächstmöglichen Zeitpunkt auf 60 Plätze aufzustocken. Ebenfalls Konsens: Eine "qualifizierte Bedarfsanalyse" soll die konkreten Elternwünsche ermitteln, das Außengelände der Wichtelburg muss verbessert werden, und: Mit dieser Erweiterung ist noch lange nicht Schluss - mit allen Trägern von Kinderbetreuungseinrichtungen wird über weitere Krippenplätze verhandelt.

veröffentlicht am 12.07.2008 um 00:00 Uhr

Rinteln muss noch familienfreundlicher werden. Das kam in den Redebeiträgen der zehn Ratsmitglieder, die sich - zum Teil gleich mehrfach - in einer langen und emotionalen Diskussion zu Wort meldeten, deutlich rüber. Deswegen stimmten letztlich auch alle der kurzfristig möglichen Aufstockung der Krippenplätze in der Wichtelburg von 25 auf 60 zu, "und zwar ohne Gewissensbisse", wie Nina Weißer (Grüne) klarstellte: "Wir müssen jetzt Planungssicherheit für Eltern schaffen." Genauso klar war aber, dass wohl alle Ratsmitglieder diese Variante lediglich als "1c-Lösung" (WGS-Fraktionschef Gert Armin Neuhäuser) betrachteten. Vor allem angesichts des beengten Außengeländes an der Wichtelburg, das nicht allein Paul-Egon Mense (FDP) als "unmöglich und nicht kleinkindgerecht" rügte, erschien die von Lebenshilfe-Geschäftsführer Herbert Meier ins Spiel gebrachte Option, auf dem Gelände an der Waldkaterallee Krippenplätze einzurichten (wir berichteten), als "verlockend und wunderbar", befand Antje Rinne (WGS) ebenso wie Ulrich Goebel (CDU): "Das hätten wir gern zuerst umgesetzt." Allein: Dies wäre frühestens im Spätsommer 2009 möglich - und so lange will der Rat die Eltern nicht warten lassen. "Wir sollten so schnell wie möglich handeln", mahnte Dagmar König (CDU), die aus dem verzweifelten Brief einer Mutter zitierte, dass "die Chancen auf einen Sechser im Lotto größer sind als die, einen Krippenplatz zu ergattern". Zudem hält der Rat beide Projekte für vereinbar: "Die Lebenshilfe steht nicht in Konkurrenz zur Wichtelburg", betonten der neu gewählte CDU-Fraktionschef Goebel und sein SPD-Kollege Klaus Wißmann unisono. Zur Verbesserung des Wichtelburg-Geländes beauftragte der Rat die Verwaltung, mit dem Kinderschutzbund die Möglichkeit eines gemeinsamen Außengeländes zu prüfen. Außerdem soll eine Bedarfsanalyse die Wünsche in Bezug auf Wohnortnähe und Betreuungszeiten ermitteln. Zeiten von 6 bis 22 Uhr forderte Weißer: "Halbtagsbetreuung nützt berufstätigen Müttern nichts." Noch einen Schritt weiter ging ihre Grünen-Kollegin Ursula Helmhold: "Bei Bedarf muss es auch Nachtbetreuung geben." Im September können die Wichtelburg-Arbeiten starten, zu Jahresende sollen die Räume bezugsfertig sein. 200 000 Euro kostet der Umbau, die Stadt hofft auf Förderung in Höhe von 175 000 Euro - eine Option, die Ende Juli ausläuft. Auch aus diesem Grund sah der Rat "keine Alternative", setzte Heinrich Sasse (WGS) den Schlusspunkt.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige