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Erste Kontakte zu Betrieben: Graf-Wilhelm-Schule bringt Hauptschüler mit Ausbildern zusammen

Wichtig: „Spaß an der Arbeit und am Beruf“

Bückeburg (wk). Hauptschüler haben es bekanntlich nicht leicht, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Zu groß ist die Konkurrenz durch besser qualifizierte Schulabgänger, und zu stark sind die Vorbehalte mancher Ausbildungsbetriebe. Um ihren Schülern deshalb bei der Ausbildungsplatzsuche ein wenig unter die Arme zu greifen, hat die Graf-Wilhelm-Schule die jungen Leute und deren Eltern zu einem Informationsabend mit knapp 20 Unternehmen und Institutionen eingeladen.

veröffentlicht am 23.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:21 Uhr

In Einzelgesprächen hatten die Hauptschüler dabei Gelegenheit, ohne formelles Bewerbungsverfahren erste Kontakte zu den Betrieben zu knüpfen und interessierende Fragen zu klären. Die Veranstaltung sei „super, weil man hier viele Informationen bekommt“, resümierte denn auch Sahit Eminaj, der zunächst ein Gespräch mit einem Berufsberater des Arbeitsamtes geführt und sich dann mit Vertretern des Fleisch- und Wurstwarenproduzenten Bauerngut an einen Tisch gesetzt hatte. Eine mögliche Ausbildung zum Fleischer war das Thema. Hauptschüler einzustellen, damit habe man kein Problem, erklärte Martin Müller, der Personalleiter des Unternehmens. Die Zeugnisse der Bewerber sollten zwar schon einigermaßen in Ordnung sein, viel wichtiger aber sei es, echte „Praktiker“ zu bekommen. Eminaj sah sich hier gut gerüstet: Er habe bereits ein Schulpraktikum als Koch absolviert und dabei festgestellt, dass ihm das Arbeiten mit Lebensmitteln viel Spaß macht, verriet der Neuntklässler.

Der Wunsch, „anderen Menschen zu helfen“, und die „guten Zukunftsaussichten“ innerhalb der Pflegebranche waren indes für Giovanna Scala aus Bad Eilsen der Grund, am Stand des Pflegeheimbetreibers MediCare mehr über die Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft zu erfahren. Grundsätzlich stehe dieser Beruf auch Hauptschülern offen, berichtete der Pflegedienstleiter Falk Arnold. Unter anderem wegen der Prüfungsfächer Anatomie und Medikamentenlehre sei die Ausbildung jedoch „sehr anspruchsvoll“, sodass Bewerber mit schlechten Schulnoten oder gar ohne Schulabschluss die Einstellungsvoraussetzungen nicht erfüllen würden.

Welche Eigenschaften die jungen Leute für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben außerdem mitbringen sollten, hatte Christian Engelke, der Inhaber der Gärtnerei Engel & Engelke, zu Beginn der Veranstaltung deutlich gemacht: „Spaß am Arbeiten und am Beruf“ seien Grundvoraussetzungen, um die Ausbildung mit einer guten Prüfung abzuschließen. Nicht nur im Umgang mit Kunden sei darüber hinaus auch gutes Benehmen eine geforderte Tugend. Um sich die Entscheidung für einen bestimmten Ausbildungsberuf zu erleichtern, riet der Gartenexperte den Hauptschülern, vorab entsprechende Praktika zu absolvieren.

„Nach wie vor sind Grundqualifikationen wichtig, aber es zählt immer mehr die gesamte Persönlichkeit“, machte Martin Wrede, der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Stadthagen, den jungen Leuten Mut. Zudem sei der Ausbildungsmarkt im Landkreis Schaumburg erfreulich stabil, wobei es auch noch viele offene Stellen gebe. So etwa in den Pflegeberufen sowie der Gastronomie und Hotellerie, aber auch in verschiedenen Handwerksberufen.




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