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Bethel verabschiedet Dr. Rübbert und Dr. Kröger / Nachfolger kommen vom Klinikum Minden

Wichtige Zeiten des Krankenhauses mitgeprägt

Bückeburg (bus). Im Krankenhaus Bethel sind Dr. Volker Rübbert (Chefarzt Unfall-, Knochen- und Gelenkchirurgie) und Dr. Jochen Kröger (Oberarzt Hand- und plastische Chirurgie) verabschiedet worden. Während einer Feierstunde würdigten der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Krankenhaus Bethel, Dr. Michael Winckler, und der leitende Chefarzt des Hauses,Dr. Eberhard Neumann-von Meding, die Verdienste der scheidenden Mediziner. Rübbert und Kröger hätten bemerkenswerte Zeiten in der Geschichte des bald seit 150 Jahren bestehenden Hospitals entscheidend mitgeprägt, stellte Winckler heraus.

veröffentlicht am 28.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

Mit dem Abschied von Rübbert und Kröger (und dem im März 2005 in Ruhestand gegangenen Chefarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. Claus-Dieter Bethke) neigt sich an der Herminenstraße eine Epoche ihrem Ende entgegen, die "von gigantischen Fortschritten in der Chirurgie" (Rübbert) geprägt war. Die Entwicklung sei durchauseinem Quantensprung gleichzusetzen, stellte der im April 1979 nach Bückeburg gewechselte Experte fest. Während seinerzeit eine Meniskus-Operation mindestens zwei Wochen Bettruhe nach sich zog, werde die knorpelige Zwischengelenkscheibe im Kniegelenk heutzutage ambulant gerichtet. Rübbert hat sich in den zurückliegenden Jahren insbesondere mit mehr als 1000 Knieoperationen einen weit über die Grenzen der ehemaligen Residenzstadt hinaus reichenden Ruf erworben. In jüngster Vergangenheit machte er mit minimalinvasiven Hüfteingriffen auf sich aufmerksam. Der dem sympathischen Schlag der Vollblutchirurgen alter Schule zuzurechnende Spezialist - "im OP herrschte immer eine Bombenstimmung; wir hatten nie schlechte Laune" - hob als eine der Grundzutaten der bethelschen Erfolgsgeschichte die Einstellung gegenüber den Patienten hervor: "Wir haben niemals jemanden wie ein Auto behandelt, das zur Reparatur kommt." Kröger, seit Oktober 1978 auf der Gehaltsliste des Krankenhauses, übernahm in der von Erinnerungen und Anekdötchen geprägten Feierstunde die Rolle des in die Zukunft Blickenden. "Wir dürfen die Basis des ambulanten Operierens nicht aus den Augen verlieren", unterstrich der Oberarzt. "Allerdings", merkte der 62-Jährige kritisch an, hätten "die nicht enden wollenden Bemühungen einer Gesundheitsreform in ihren bisherigen Auswirkungen einerseits zu einer progressiven Kurzzeitbehandlung geführt und andererseits für eine Überbürokratisierung gesorgt, die die ärztliche Arbeitskraft am Patienten zusätzlich abzieht". Die früher gekannte Ruhe, reflektierte Kröger, sei hektischer Betriebsamkeit gewichen. Aber: "Trotz allem ... hat sich das Krankenhaus Bethel eine freundliche und effektive Behandlung der Patienten erhalten." Als Krögers Nachfolger wird der derzeit am Mindener Klinikum beschäftigte Dr. Jobst Meyer gehandelt; für Rübbert soll Dr. Stefan Bartsch (ebenfalls Klinikum Minden) nachrücken. Neumann-von Meding hob die Verdienste der "Senioren" im Zusammenhang mit der Spezialisierung der bethelschen Chirurgie hervor. Ohne Kröger, Rübbert (und Bethke) sei deren Aufteilung in drei Abteilungen kaum vorstellbar gewesen. Ohne die Mitwirkung des leitenden Arztes wohl auch nicht. Der Chefarzt der Gynäkologie und geburtshilflichen Abteilung (Nachfolger voraussichtlich Dr. Momme Arfsten, Schleswig) nimmt im Dezember seinen Hut. Und es nähme nicht wunder, falls während der dann anstehenden Abschiedsfeier erneut Anekdoten über eine der Ausnahmesituation, in denen Dr. Hedwig Pietsch (seinerzeit Leiterin des Gesundheitsamtes des Landkreises Schaumburg) "mal richtig böse" war, erneut zu Gehör kämen. Oderüber einen von Kröger an der Gitarre begleiteten Betriebsausflug, der den Busfahrer ziemlich genervt in den Rückspiegel blicken ließ. Oder über eine von den Reserveoffizieren Neumann-von Meding und Rübbert während einer nach München anberaumten Übung - Thema: Kriegs-Chirurgie - abgewehrtenEierwurfattacke. Auf der Gegenseite habe damals die heutige Bundesgesundheitsministerin Ursula Schmidt gestanden, blickte der leitende Chefarzt zurück - bombastische Stimmung allenthalben.




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