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Interessengemeinschaft will Komplettabriss des Krankenhauses Bethel verhindern

Widerstand gegen Abriss von Haus Reiche

BÜCKEBURG. Ist das Schicksal von Haus Reiche auf dem Krankenhausgelände von Bethel an der Herminenstraße besiegelt? Anwohner, Eigentümer, Nachbarn und an Denkmalschutz interessierte Bürger der Stadt Bückburg meinen: Nein. Sie wollen handeln, um den Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes doch noch zu verhindern oder zumindest die Fassade zu erhalten.

veröffentlicht am 07.03.2018 um 12:40 Uhr
aktualisiert am 07.03.2018 um 16:30 Uhr

Anbauten hinten und seitlich: Gegen den Abriss von Haus Reiche auf dem Krankenhausareal Bethel regt sich Widerstand. Sonntag will sich eine Interessengemeinschaft gründen, die den Abriss verhindern oder zumindest die Fassade des unter Denkmalschutz s
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Ist das Schicksal von Haus Reiche auf dem Krankenhausgelände von Bethel an der Herminenstraße besiegelt? Anwohner, Eigentümer, Nachbarn und an Denkmalschutz interessierte Bürger der Stadt Bückburg meinen: Nein. Sie wollen handeln, um den Abriss von Haus Reiche doch noch zu verhindern oder zumindest die Fassade zu erhalten.

Sie gründen die Interessengemeinschaft Historische Herminenstraße (IGHH). Die Gründungsversammlung findet am Sonntag, 11. März, um 11.30 Uhr im Frühstücksraum des Hotels „Ambiente“ an der Herminenstraße statt.

Wie berichtet soll das Haus Reiche gleich neben dem Hauptgebäude des Krankenhauses Bethel an der Herminenstraße und bis zum Umzug im November 2017 als Privatstation genutzt im Zuge der Umnutzung des Geländes abgerissen werden – ebenso wie das angrenzende Hauptgebäude. Im Zuge der Nachnutzung soll auf Bethel ein Seniorenkompetenzzentrum sowie im hinteren Bereich Gebäude mit Eigentumswohnungen und Wohnhäusern errichtet werden. Investor ist die Immac Holding AG mit Sitz in Hamburg. Im Mai vergangenen Jahres stellten die Stiftung Evangelisches Krankenhaus Bethel und der Investor ihre Pläne vor.

Im November vergangenen Jahres hieß es auf entsprechende Nachfragen bei der Vorstellung eines ersten Massemodells im zuständigen Bau- und Umweltausschuss, dass das Haus Reiche abgerissen werden dürfe – trotz des Denkmalschutzes. Wie der damalige Baubereichsleiter Jörg Klostermann sagte, sei das zuständige Niedersächsische Amt für Denkmalpflege auf entsprechenden Antrag und Überprüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass nach dem heutigen Stand das Gebäude nicht in den Denkmalschutz aufgenommen worden wäre, das Gebäude also abgerissen werden kann.

Seitdem grummelt es bei einigen Bückeburgern, dass das Haus Reiche bleiben müsse. Nun wird aus dem Grummeln lautes Gemurre. Es gründet sich eine Interessengemeinschaft. Der Initiator und Einlader, Dr. Christian Fricke, in der Herminenstraße aufgewachsen und dort noch nach eigenen Angaben mit Zweitwohnsitz gemeldet, fragt gegenüber der Presse – und in der Einladung: „Muss das weg? Die klassizistische Villa Haus Reiche, 1948 vom Landgerichtsrat Georg Reiche an die Stiftung Evangelisches Krankenhaus Bethel übereignet, von 1987 bis 2017 unter Denkmalschutz.“ Erfolge nun 2018 der Abriss aus ökonomischem Gründen, wegen Fantasielosigkeit der an der Planung Beteiligten oder aufgrund stadtplanerischer Erfordernisse?

Wie Dr. Fricke in der Einladung schreibt, scheint der Abriss von Haus Reiche „beschlossene Sache“ zu sein, um freie Planungsmöglichkeiten vorzufinden und von Vorgaben des Denkmalschutzes nicht belastet zu sein. Da die Stiftung Evangelisches Krankenhaus Bethel „offenbar in einer schlechten Verhandlungsposition“ gewesen sei, habe sie dem neuen Investor kaum Auflagen machen oder Bedingungen stellen können. Stadt und Stiftung hätten „dem ersten halbwegs seriös erscheinenden Investor“ den Zuschlag gegeben, wohl ohne zu fordern, dass alternative Planungen vorgenommen werden, um den Erhalt von Haus Reiche zu sichern. Wofür nach Vermutungen von Dr. Fricke erhebliche Investitionen nötig seien, Investitionen, die sich für den Investor offenbar nicht gerechnet hätten.

Als Nachbarn und an der Wahrung des Denkmalschutzes interessierte Bürger der Stadt wolle man die Interessengemeinschaft gründen und sich aktiv in den weiteren Planungsprozess einbringen, um Haus Reiche doch noch zu erhalten. Gegenüber der Stadt wolle ein Mitspracherecht geltend gemacht werden. Das Gebäude aus der Gründerzeit müsse erhalten bleiben, der Denkmalschutz gewahrt werden, zumindest die historische Fassade erhalten bleiben. Auf die Immac solle mit dem Ziel der Neuplanung eingewirkt werden, umreißt Dr. Fricke die Ziele der Interessengemeinschaft.




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