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… können Fans von Pagan-Folkmusic beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum hören / Hildesheimer vor großem Auftritt

Wie der Waldkauz ruft …

Bückeburg. Von Hildesheim über Hameln und Bückeburg zur angesagten Mittelalter-Band: Für die Band „Waldkauz“ aus Hildesheim könnte das Jahr 2015 die entscheidende Wegmarke zur großen Karriere bilden. Es ist der dritte Sommer der noch sehr jungen Formation aus der niedersächsischen Domstadt, die sich ganz dem seit etwa seit der Jahrtausendwende vor allem in der Mittelalterszene so populären Stil des Pagan-Folk (siehe Kasten) verschrieben hat, und zum ersten Mal ist das Hildesheimer Quintett auf einem so großen Mittelalter-Festival wie dem Spectaculum in Bückeburg zugegen.

veröffentlicht am 16.07.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

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Musik hat die drei Bandgründer Gina Klause (23), ihren Ehemann Lennart Klause (27) und ihren Bruder Peter Guenter schon immer ebenso geprägt wie die Leidenschaft für die Mittelalterszene. Im Mai 2013 standen die drei – damals noch als reines Familienunternehmen – erstmals auf der Bühne eines kleinen, mittelalterlichen Hoffestes in der Nähe von Salzgitter. Durch puren Zufall liefen sie auf einem großen, niederländischen Mittelalter-Fest dann mit Nina Weggen (21) und Niklas Steffen (22) zwei ebenso Pagan-begeisterten Musikern über den Weg, die – Zufälle gibt’s – wie sie aus Hildesheim stammten. Es war die Geburtsstunde der Band Waldkauz in ihrer heutigen fünfköpfigen Formation.

Die fünf jungen Hildesheimer verweben klassische Folk-Harmonien mit ebenso leichtfüßig-verträumten wie schwärmerisch daherfliegenden Harfen- und Bouzouki-Klängen, berichten in ihren Songs von tiefen Wäldern, von Märchen, Mythen, von mystischen Kreaturen wie der slawischen Hexe Babajaga, die auf einem Ofen mit Hühnerfüßen reitet, vom Kreislauf des Lebens und vom Schleier zur Anderswelt, deren Zugang wir Menschen der Moderne durch den Verlust von Fantasie und naivem Glauben verloren haben. Doch auch tanzbare Rhythmen und mehrstimmige Flötenklänge sind Teil ihrer Musik. Gesungen wird nicht nur auf Deutsch oder Englisch, sondern auch auf Ukrainisch, Finnisch und in vielen weiteren europäischen Sprachen. „Jede Sprache hat einen anderen Klang“, so Sängerin und Drehleierspielerin Gina Klause. „Und es ist für uns ungemein spannend, diese Möglichkeiten für den Charakter eines Songs zu nutzen.“

Beim Hören der Lieder von Waldkauz fühlt man sich sofort in jenseitige Märchenwelten versetzt, sieht vor dem inneren Auge die tiefen, verwunschenen Wälder, mit riesenhaften knorrigen Baumwurzeln und magischen Wesen wie Elfen und Gnomen. So manches Lied von Waldkauz eignete sich sicherlich vortrefflich als Soundtrack für einen Fantasy-Film. Natürlich drängt sich da immer wieder der Gedanke an die großen Kollegen Faun auf, die in diesem Jahr am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teilnahmen und am kommenden Samstag ebenfalls auf dem MPS in Bückeburg auftreten. Doch Gina Klause gibt sich selbstbewusst: „Wir können zwar nicht leugnen, auch von Faun inspiriert worden zu sein, aber bei fünf so kreativen Musikern wie uns gibt es einfach noch viel mehr Einflüsse, und wir machen daraus unser eigenes Ding.“

Ihr erstes eigenes Ding haben Waldkauz im März dieses Jahres mit ihrem ersten Album „Komm mit“ auf den Markt gebracht.

Termine: Am kommenden Wochenende, 18. und 19. Juli, werden Waldkauz mehrmals auf der Bühne der Spielleute vor dem Mausoleum auftreten. Am 25. und 26. Juli sind sie auf dem historischen Schlossspektakel in Winsen, und am 30. Oktober dann auf dem großen „Autumn Moon Festival“ in der Rattenfängerhalle Hameln.




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