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Interhelp will Flüchtlingen im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet Sri Lankas eine Zukunftsperspektive geben

Wie im Märchen: Fürst schenkt armer Familie ein Haus

Bückeburg/Trincomalee (rd). Interhelp-Schirmherr Alexander zu Schaumburg-Lippe hat einer bettelarmen Familie auf Sri Lanka ein Massivhaus geschenkt.

veröffentlicht am 10.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:21 Uhr

In dem kleinen Dschungel-Dorf Millagasudumulla im Süden des Landes, in dem die Hilfsorganisation gebrauchte Brillen aus Hameln-Pyrmont und Schaumburg verteilt hatte, war der Adelige per Zufall auf das Schicksal der Karunamunis aufmerksam geworden. „Der Vater hat schlimmes Asthma; er arbeitet, wenn es seine Erkrankung zulässt, als Tagelöhner. Geld für Medikamente hat er nicht. Die Mutter kümmert sich um zwei kleine Töchter. Die Familie hauste in einer verfallenen Lehmhütte“, erzählt das Interhelp-Vorstandsmitglied.

Ein Jahr später sind die Karunamunis glückliche Menschen: Sie besitzen ein 60 Quadratmeter großes Haus. Auch Asthma-Spraydosen für Vater Priyadrsana (27) hat Alexander zu Schaumburg-Lippe in großer Zahl gespendet. „Als wir das Haus offiziell übergeben haben, sind die Kinder vor uns auf die Knie gefallen. Sie wollten uns vor Dankbarkeit die Füße küssen. Wir haben das natürlich nicht zugelassen“, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann. Neben der Eingangstür haben die Hausbesitzer zu Ehren des Spenders ein Schild angeschraubt: „Casa Alex“.

Um Geld zu sparen, wurde das kleine Einfamilienhaus am Randes des Urwalds von allen Männern des Dorfes gebaut. „Jeder hat uns geholfen“, sagt Mutter Ruwanmali (24) und lächelt. Zur Feier des Tages hat die junge Frau Tee gekocht. Dazu gibt es Bananen und Kokosnüsse. Die sechsjährige Madumali kümmert sich unterdessen um ihre Schwester Manahari (2).

Im Nordosten des Landes, in dem mehr als 30 Jahre Terror und Bürgerkrieg herrschten, will Interhelp so schnell wie möglich weitere Häuser bauen. „Wir sind von Regierungsvertretern gebeten worden, im Gebiet von Trincomalee zu helfen“, sagt Ulrich Behmann, der sich vor Ort umgesehen hat. Jahrzehntelang haben die von tödlicher Gewalt vertriebenen Menschen in Flüchtlingslagern gelebt. Jetzt können und wollen sie zurück in ihre Heimat. Doch ihre Häuser seien zerstört, und ihr Ackerland vom Grün des Dschungels überwuchert. Wer bereits zurückgekehrt ist, lebe in winzigen Hütten aus Ästen, Plastikplanen und Wellblech – und muss mit Elefanten rechnen, die ihm die Nahrung streitig machen. „Nachts kommen Herden mit bis zu 50 Tieren und fressen in kurzer Zeit die Felder leer“, sagt der Adelige.

Häuser und Mauern wären ein erster Schritt, die Rückkehrer zu schützen. Ein bescheidenes Obdach aus Backsteinen und Tonziegeln kostet umgerechnet 4200 Euro. „Das ist nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass wir mit jedem Haus den Frieden sichern und Familien eine Zukunftsperspektive geben können.“

„Häuser, die mit Geld von Firmen, Vereinen oder Privatleuten gebaut werden, erhalten die Namen der Spender“, sagt der Spender aus Bückeburg. So könne die Hilfe sichtbar gemacht und von jedermann nachvollzogen werden.

„Es geht uns auch darum, eine Magnetwirkung zu erzielen“, erklärt Interhelp-Chef Behmann. Andere Hilfsorganisationen sollen auf die Idee gebracht werden und es Interhelp nachmachen. Die Ehrenamtlichen aus dem Weserbergland haben viel Erfahrung im Bau von Häusern auf Sri Lanka. Nach dem Tsunami war Interhelp die erste ausländische Hilfsorganisation, die mit behördlichem Segen den Wiederaufbau auf Sri Lanka gestartet hat.

Spenden können Sie unter dem Stichwort „Erdbeben“ auf die Sonderkonten Nr. 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10), Nr. 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01) und Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60).




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