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Wie Sprachgefühl die Frisur bestimmt!

Die deutsche Sprache – bisweilen ist sie eine launische Diva. Verlangt nach zusätzlichen Erläuterungen, wo Worte nicht eindeutig sind. Nehmen wir nur das schöne Wort Kälteeinbruch aus den vergangenen Tagen. Es suggeriert dem Winterfan herannahende arktische Kälte mit Temperaturen deutlich im Minusbereich, entpuppt sich aber dieser Tage als eher zweifelhaft: Statt 10 Grad Plus nur noch 0 Grad Celsius – die Meteorologen hatten es uns auch so erläutert. Gemeinhin sind wir Journalisten den Umgang mit solchen sprachlichen Erläuterungen gewohnt. Unser täglich Brot ist es sozusagen. Was nicht vor Fehlgriffen im Privaten schützt, wie der Kollege leidvoll erfahren musste. Nach dem Friseurbesuch erschien der sonst mit vollem Haupthaar Gesegnete trotz Kälteeinbruchs mit raspelkurz geschorenem Kopf. ,,Wetterbericht nicht gehört?“ – ,,Doch!“ – ,,Aber?“ – ,,Missverständnis!“ Auf die Frage der Friseurin, wie er es denn gern hätte, hatte der bisweilen wortkarge Kollege kurz und bündig „13 Millimeter“ gesagt. Gemeint war: 13 Millimeter kürzer. Fürs Friseurhandwerk aber gilt: Wer 13 Millimeter sagt, will die Haarpracht nicht um, sondern auf 13 Millimeter gekürzt haben. Gesagt, getan. Die Schermaschine tat ihren Dienst und der Kollege läuft nun als Opfer sprachlicher Ungenauigkeit durch die Gegend. Und das mit der traurigen Gewissheit: Den Prozess würdest Du verlieren! SR

veröffentlicht am 22.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr




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