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Zehntklässler der Pestalozzischule suchen Zeitzeugen für Flucht und Nachkriegszeit

...wie war das denn damals vor 50 Jahren?

Rinteln (cok). "In der neuen Heimat unerwünscht?" So lautet die Frage eines bundesweiten Schülerwettbewerbes, an dem sich die Zehntklässler der Pestalozzischule beteiligen. Sie sollen erforschen, wie es den Flüchtlingen des Zweiten Weltkrieges bei uns ergangen ist. Dafür suchen sie Zeitzeugen, Männer und Frauen aus der Umgebung, dieihnen ihre Geschichte erzählen. "Das Interesse meiner Schüler an diesem Thema wird um so größer, je mehr wir uns damit beschäftigen", so Klassenlehrer Heinz Hering. Die Jungen und Mädchen der Förderschule sind neugierig auf die Erfahrungen und Erlebnisse von Menschen, die damals genau so alt waren, wie nun sie selbst. Sie versuchen schon jetzt nachzuvollziehen, wie es gewesen sein muss, mitten im Winter aus Angst vor der Rache der Russen alles hinter sich zu lassen, lebensgefährliche Wege zurückzulegen und dann in der Fremde nicht mehr zu wissen, wo man hingehört.

veröffentlicht am 23.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:25 Uhr

Die eigentliche Wettbewerbsaufgabe besteht nun darin, Zeitzeugen auszufragen, Fotos und Dokumente zu sammeln und daraus einen Kalender zusammenzustellen. Dabei schlägt die Bundeszentrale für politische Bildung vor, sich unter den eigenen Großeltern umzuhören und sie zu einem Gespräch mit der ganzen Klasse einzuladen. "Und hier beginnt das Problem", so Heinz Hering. In seiner kleinen Klasse gibt es nämlich nur einen Jungen, der verfügbare Großeltern hat. "Wir brauchen aber noch viel mehr Informationen!" Immerhin: Christians Großvater, der 14 Geschwister hatte und aus dem Osten floh, hat bestimmt viel zu erzählen. Steve aber zum Beispiel gehört zu den Schülern, die gar keine Großeltern mehr haben, Jan-Philips Großeltern wohnen in Köln und Giuseppe, der Italiener, hat sowieso eine ganz andere Familiengeschichte. Deshalb also wendet sich die Klasse an Menschen aus Rinteln und Umgebung, die die Nachkriegszeit miterlebt haben und bereit sind, für ein Gespräch in die Schule zu kommen. Außerdem gebraucht werden Fotos. Und Dokumente, wie alte Ausweise, Passierscheine, Lebensmittelmarken, Plakate oder Briefe. Wenn der aus allen diesen Dingen entstehende Kalender der Jury zusagt, besteht die Chance, eine Klassenreise zu gewinnen. "O, wir würden so gerne nach Paris fahren", ruft Schülerin Sercana lebhaft aus. Ja, das würden sie alle gerne. Kontakt: Interessenten bitte melden im Sekretariat der Pestalozzischule unter (05751) 957633.




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