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Bürgermeister blickt auf 2017 zurück – und gibt Ausblick auf 2018

Wieder vor großen Aufgaben

BÜCKEBURG. Krippen, Digitalisierung und E-Mobilität waren einige der Themen in Bückeburg im abgelaufenen Jahr, aber auch Terror und Wahlen haben überregional eine Rolle gespielt. Bürgermeister Reiner Brombach lässt im Gespräch mit unserer Zeitung 2017 Revue passieren und gibt einen Ausblick auf 2018:

veröffentlicht am 29.12.2017 um 15:05 Uhr
aktualisiert am 29.12.2017 um 16:14 Uhr

Die Krippe an der Hinüberstraße war 2017 das beherrschende Thema - und wird es auch 2018 noch bleiben. Der erste Abschnitt wird im Februar 2018 eröffnet, ursprünglich war der Dezember geplant. Foto: rc
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Herr Bürgermeister, 2017 war ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Was ist bei Ihnen haften geblieben?

Die politischen Großereignisse – insbesondere die Wahlen. In den USA wurde Donald Trump im Januar als 45. Präsident vereidigt. Frank-Walter Steinmeier wurde zum neuen deutschen Bundespräsidenten gewählt. In Frankreich gewann Emmanuel Macron die Wahlen mit deutlicher Mehrheit und in Großbritannien verlor Theresa May bei der Neuwahl die absolute Mehrheit im britischen Parlament. Am 24. September fanden in Deutschland die Bundestagswahlen statt, die Landtagswahlen am 15. Oktober, auch in Österreich wurde an diesem Tag gewählt.

Was sagen Sie dazu, dass bis heute keine Regierung in Berlin gebildet werden konnte?

Bürgermeister Reiner Brombach wünscht im Namen von Rat und Verwaltung ein erfolgreiches und zufriedenes Jahr 2018. Foto: rc
  • Bürgermeister Reiner Brombach wünscht im Namen von Rat und Verwaltung ein erfolgreiches und zufriedenes Jahr 2018. Foto: rc

Offensichtlich liegen die wesentlichen Auffassungen der Parteien weit auseinander. Sowohl SPD als auch FDP haben Angst, von einer starken CDU mit Angela Merkel in die Bedeutungslosigkeit gedrängt zu werden.

Außer den politischen Großereignissen: Was ist sonst haften geblieben?

Leider stand 2017 wieder im Zeichen von Terroranschlägen in Europa und der ganzen Welt. London, Stockholm, Manchester und Barcelona wurden zum Ziel von Anschlägen, ebenso unmittelbar vor einem Champions-League-Spiel die Mannschaft von Borussia Dortmund, Deutschlands bekanntestes Rockfestival „Rock am Ring“ wurde wegen einer Terrorwarnung unterbrochen. Ich hoffe sehr, dass sich 2018 diese tragischen Ereignisse dieser Art nicht fortsetzen.

Sie als passionierter Klavierspieler und Bürgermeister der „Kulturhauptstadt“ der Region: Was waren Ihre kulturellen Höhepunkte?

Ein Höhepunkt Jahr war sicherlich die Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg, aber auch die „documenta“, eine der weltweit bedeutendsten Reihen von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Und nicht zuletzt war auch der „Tag der Niedersachsen“ ein Erfolg, dieses Mal ausgerichtet von der Stadt Wolfsburg. Auch Bückeburg hat sich dort präsentiert.

Vom Großen ins Kleine, zu Bückeburg

Auch hier hat es wiederum einige wichtige Maßnahmen und viele kleine Erlebnisse gegeben, die uns das Jahr in guter Erinnerung behalten lassen. An erster Stelle möchte ich das Bürgerschießen im August nennen, das dank zahlreicher Beteiligung ein voller Erfolg war. Zur „Langen Nacht der Kultur“ sind erstmals über 3000 Bändchen verkauft worden – ein neuer Rekord. Der Entdeckertag im September hat wieder viele Besucher aus Hannover in die Stadt gebracht, auch die übrigen Veranstaltungen wie etwa das Krengelfest oder „Bückeburg kocht über“ waren gut besucht. Ich möchte besonders all denen danken, die sich unentgeltlich und uneigennützig in ihrer Freizeit dem Gemeinleben widmen und durch ihr Engagement zu einem friedlichen Miteinander beitragen. Im sportlichen, kulturellen und kirchlichen Bereich sind nach wie vor viele helfende Hände notwendig, um ein gut funktionierendes Gemeinschaftsleben in unserer liebenswerten Stadt zu gestalten.

Bauen ist eine der wenigen Bereiche, in denen Kommunen noch eigenständigh tätig werden können. Was ist in Bückeburg passiert?

Eine große Kraftanstrengung war die Umnutzung der ehemaligen Berufsfachschule Hinüberstraße 12 in eine Kinderkrippe mit fünf Gruppen in einem ersten Bauabschnitt und zwei weiteren Krippen- und Kindergartengruppen im zweiten Bauabschnitt in 2018. Aufgrund des sich abzeichnenden großen Bedarfs an Krippenplätzen wurde für eine Übergangszeit eine 2-Gruppen-Kinderkrippe als Mietcontaineranlage am Straußweg eingerichtet.

Ist damit der Bedarf gedeckt?

Nach den derzeitigen Prognosen kann man davon ausgehen. Der Bedarf im Krippenbereich wird allerdings weiter wachsen, insbesondere, wenn die Kindergartengebühren entfallen. Dann werden noch mehr Eltern von dem Angebot Gebrauch machen.

Im Baubereich war das nicht alles, oder?

Nein, wir hatten weitere große Bauprojekte zu bewältigen. Die energetische Sanierung und Modernisierung der Räume des Bauamtes im Stadthaus I wurde abgeschlossen, der Verwaltungstrakt des Rathauses erhielt eine neue Heizung. Die Lehrer der Grundschule „Am Harrl“ können sich über ein neues Lehrerzimmer freuen. Besonders hervorzuheben ist die Teilnahme am kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk des Landkreises Schaumburg. Ziel ist die Einrichtung eines kommunalen Energiemanagements zur Steigerung der Energieeffizienz in kommunalen Liegenschaften.

Was kommt 2018?

Für das Jahr 2018 ist der Umbau und die Umnutzung des Gebäudes in der Langen Straße 45 für die Tourist-Information geplant. Im Bereich Wirtschaftsförderung wurde eine Standortanalyse in Auftrag gegeben, mit Empfehlungen für die zukünftige Positionierung. Alle derzeit verfügbaren Gewerbeflächen in den Gewerbegebieten sind verkauft. Die Planungen für die „Kreuzbreite 3“ laufen. Für das Sanierungsgebiet „Windmühlenstraße“ hat der Rat der Stadt Bückeburg einen Beschluss gefasst. Erste gutachterliche Altlasten-Untersuchungen auf dem Neschen-Grundstück sind fast abgeschlossen.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren den Bereich des Tourismus forciert. Tragen diese Anstrengungen Früchte?

2017 zeichnen sich wieder stabile Übernachtungszahlen ab. Stadtführungen wurden über 200 Mal gebucht, rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Stichwort Digitalisierung, eine der wichtigsten Standortfaktoren heutzutage?

Ab Oktober 2017 stellt die Stadt freies WLAN zur Verfügung. Abgedeckt sind der Marktplatz samt Rathaus und Stadthaus, sowie Jugendfreizeitstätte, Begegnungsstätte und Bücherei. Nach dem Breitbandausbau durch die Telekom mit Umstellung auf die Vectoring-Technik in 2017 folgt 2018 die Lückenschließung durch den Landkreis. Danach werden etwa 96 Prozent der Haushalte in Bückeburg über mindestens 30MBit-Anschlüsse verfügen. Die Stadt trägt rund 48 000 Euro zur Finanzierung bei.

Stichwort Energieeinsparung/regenerative Energien: Was tut die Stadt?

Beim Abwasserbetrieb wurden die Planungen für eine anaerobe Schlammstabilisierung (Faulturm) in 2017 forciert. Eine Förderzusage der NBank über eine Million Euro liegt vor, 2018 und 2019 wird gebaut. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Minimierung; durch die Eigenstromerzeugung werden jährlich circa 664 Tonnen CO2 eingespart. Der Bau wird circa 2,65 Millionen Euro kosten und ist neben der Hafensanierung und dem Krippenneubau eine der größten städtischen Investitionen der vergangenen Jahre.

Und E-Mobilität?

Auch hier ist die Verwaltung nicht untätig geblieben. Auf dem Dr.-Witte-Platz wurde eine E-Ladesäule mit zwei Ladestationen errichtet, zwei zusätzlich bei den Stadtwerken. Das gebührenfreie Parken für Elektrofahrzeuge im gesamten Stadtgebiet wurde beschlossen. Weiterhin wurde mit dem Carsharing-Anbieter App2drive ein Vertrag geschlossen, der die Einrichtung von zwei Carsharing-Standorten in Bückeburg vorsieht.

Und wann kommt das erste E-Dienstfahrzeug der Stadt?

Wir werden bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge sowohl für die Verwaltung als auch für den Bauhof verstärkt das immer besser werdende Angebot von E-Fahrzeugen berücksichtigen.

Ihr Ausblick auf 2018?

Das kommende Jahr wird uns sicher wieder vor große Aufgaben stellen. Ich bin mir aber sicher, dass wir alle vor uns liegenden Herausforderungen durch eine gute, harmonische Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Bückeburger Bürgerinnen und Bürgern gemeistert werden können. Ich wünsche allen, auch im Namen des Rates und der Verwaltung, ein erfolgreiches und zufriedenes Jahr 2018.

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