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Wegen Öffnungszeiten und Bussen vor der Tür: Kauf-Interessent für Hamelner Immobilie springt ab

Wienerwald ist wieder „ohne“

Hameln. „Wir haben gepasst, sind raus aus der Nummer.“ Klaus Peter Othmer hat am Donnerstag bestätigt, dass er aus den Verhandlungen mit der Stadt Hameln über den Kauf der ehemaligen Wienerwald-Immobilie am Bürgergarten ausgestiegen ist. „Es lief alles nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, begründet der Baustoff-Unternehmer aus Hasperde seinen Verzicht. Er ergänzt: „Das, was sich die Stadt vorstellt, lässt sich nicht wirtschaftlich umsetzen.“

veröffentlicht am 23.10.2014 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Schon im September hatte Othmer, der seine Entscheidung der Hamelner Stadtverwaltung inzwischen schriftlich mitgeteilt hat, davon gesprochen, dass es noch Klärungsbedarf gebe und ein weiteres Gespräch mit der Verwaltung anstünde. Von dessen Ausgang wollte er sein Ja oder Nein abhängig machen, in die Immobilie zu investieren, um dort ein modernes Restaurant nebst Biergarten zu errichten.

Um diesen Betrieb auf wirtschaftlich gesunde Beine stellen zu können, hatte Othmer Forderungen gestellt. Ansprüche, die die Stadt jedoch nicht zur Zufriedenheit des potenziellen Investors erfüllen wollte, wie er erklärt. „Danach sind wir dann nicht mehr weiter ins Detail gegangen“, sagt Othmer und zeigt sich enttäuscht: „Die Leute im Rathaus begreifen gar nicht, worum es geht.“

Als Streitpunkte nennt der Unternehmer die Parkplatzsituation vor dem Gebäude, eine zusätzliche Nutzung von Teilen des Bürgergartens und die Öffnungszeiten, die über 22 Uhr nicht hinausgehen sollten. So wollte Othmer die Busse nicht mehr vor der Tür des Gebäudes geparkt wissen, um zusätzliche Stellflächen für Pkw schaffen zu können. Die Frage, ob Bus-Touristen nicht auch potenzielle Gäste sind, verneint Othmer: „Wenn ein Bus aus dem Emsland nach Hameln kommt, wollen die Fahrgäste nach ihrer Ankunft erst einmal pinkeln. Danach gehen sie in die Stadt, essen ein Eis, wollen noch einmal pinkeln und fahren wieder nach Hause. Wir aber müssen existieren können.“

Deshalb habe er auch gefordert, die Terrasse in Richtung Bürgergarten erweitern zu können, damit sich der geplante Biergarten rentabel betreiben ließe. Dafür sei zwar seitens der Verwaltung grünes Licht signalisiert worden, doch hätten die Nutzungszeiten nicht über 22 Uhr hinausgehen dürfen. „Dann brauch ich gar nicht erst anzufangen“, sagt Othmer und begründet nicht zuletzt auch damit seinen Kaufverzicht.

Bezüglich der geplanten Investition spricht der Unternehmer von „einer Aufgabe, die nicht von Pappe gewesen ist“. Deshalb dürfte auch die Befürchtung, dass sich das eingesetzte Kapital zu den gegebenen Bedingungen nicht amortisieren lässt, dazu beigetragen haben, dass der Hasperder von seiner Kaufabsicht Abstand genommen hat.

Stadtbaurat Hermann Aden bedauert die Entscheidung Othmers: „Es hätte alles sehr gut gepasst, das geplante Gebäude wäre für Hameln sicher eine Bereicherung gewesen.“ Die Stadt richte den Blick nun nach vorn. Geplant sei, das Grundstück demnächst erneut per Ausschreibung zum Kauf anzubieten. Im Vorfeld werde man prüfen, ob die Stadt das leer stehende Wienerwald-Gebäude abreißen lassen solle. „Das könnte sich positiv auf die Vermarktungschancen auswirken“, so Aden. Das Gebäude stehe nicht unter Denkmalschutz.

Othmer indes hegt Zweifel, dass sich für die Immobilie ein Käufer findet: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Zweiten gibt, der so viel Geld investieren will, wie ich das vorhatte. Es ist ein exklusives Grundstück – und da muss auch was Exklusives hin.“

Das Lokal Wienerwald war im August 2013 geschlossen worden. 400 000 Euro wollte die Stadt für die im Jahr 1949 errichtete Immobilie erzielen. Auch die Verwaltung spricht von einem „Filetstück“, weil es ideal mit direkter Anbindung an den Bürgergarten liege. „Und die Busse der Touristen parken praktisch direkt vor dem Haus“, heißt es in der Verwaltung, die damit den Argumenten Othmers widerspricht.




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