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Bewegende Ehrung im Stadthäger Ratskeller / Dirk Nachtigall und Helmut Opitz Nachwuchspreisträger

Wilhelm-Busch-Preis für Robert Gernhardt

Stadthagen/Wiedensahl (wil/to) Robert Gernhardt hat gestern Abend im Stadthäger "Ratskeller" posthum den Hauptpreis des diesjährigen Wilhelm-Busch-Preises erhalten. Zwei Förderpreise gingen an Helmut Opitz (80) und Dirk Nachtigall (32). Zum zehnten Mal wurde Schaumburger Kulturpreis verliehen.

veröffentlicht am 01.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

"Ich weiß nicht, was ich bin, ich schreibe dies gleich, da haben wir den Salat, ich bin ein Literat", begann Juliane Kosarev ihre Rezitation. Nicht erst da war klar: Wo von Wilhelm Busch und Robert Gernhardt die Rede ist, da wird gelacht - und zwar mit Stil. Der ganze Abend war eine Verneigung vor dem Genie des in Wiedensahl geborenen Schriftstellers. In seiner neuen Gestaltung vergaben zwei Jurys, zu denen Ute Bernhardt, Otto Walkes, Bernd Eilert, Martin Tschechne und Bernhard Lassahn gehörten, in diesem Jahr erstmalig zwei Förderpreise und einen Hauptpreis. Als "hoffnungsvolles Nachwuchstalent" stellte sich Opitz selber vor und unterstrich dies auch gleich durch eine Darbietung seiner Dichtung, die - gepaart mit etwas Entertainment des Langzeitstudenten - für gelungenen Lachgenuss sorgte. Auch der erstplatzierte Dirk Nachtigall (32) provozierte mit dem von der Jury ausgewählten Gedicht "Die Tüpfelhyäne", was den Preis auszeichnet: Lachen, das vorheriges Nachdenken nicht ausschließt. Einer der größten Könner stand bei der anschließenden Laudatio im Mittelpunkt. F. W. Bernstein ehrte seinen Weggefährten, Kollegen und Freund Robert Gernhardt, in dem er auf die Beziehung zwischen diesem und Wilhelm Busch verwies. Als Kind bereits habe Gernhardt die Busch-Verse geliebt, als Dichter selber dann gerne den Buschton "nachgeschnäbelt". Und noch etwas eine den Patron und den Preisträger: "Beide gehen vom Bild, vom Strich aus - der Text kommt danach." Ein Stern erster Ordnung und gleichzeitig ein Original sei Gernhardt gewesen, würdigte der Freund den Preisträger sichtlich bewegt. Gernhardts Witwe Almuth Gehebe-Gernhardt nahm den Preis entgegen. Nach Gernhardts Willen kommt ein Teil des Preisgeldes dem Sondermann-Preis zu Gute, der Nachwuchszeichner fördert. Am Nachmittag hatte Bernstein die Ausstellung "Vom Schönen, Guten, Baren" im Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl eröffnet. Dort sind auf zwei Etagen Bilder des Busch-Preisträgers zu sehen, deren Entstehung und Bedeutung Bernstein eingangs erläuterte. Eigentlich, meinte der "Elchkritiker" Bernstein, sei dieses nicht nötig, da die Arbeiten Gernhardts für sich selbst sprächen.

2 Bilder
Förderpreisträger Helmut Opitz



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