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Harsche Vorwürfe auf der Ortsratssitzung Scheie – Verkehrsberuhigung der Hauptstraße kommt immer noch nicht

„Wir sind Don Quichotte und kämpfen gegen Windmühlen“

Scheie (mig). Mit harschen Vorwürfen ist die jüngste Sitzung des Ortsrats Scheie zu Ende gegangen. „Wir sind wie Don Quichotte, wir kämpfen gegen Windmühlen“, kritisierte Bürgermeister Friedrich Meyer und bezog sich dabei vor allem auf die geplante Verkehrsberuhigung der Hauptstraße.

veröffentlicht am 29.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:21 Uhr

Das Thema verfolgt den Ortsrat schon seit Jahrzehnten – jetzt soll das Projekt in einem Sicherheitsaudit den nächsten Schritt hin zur Realisierung nehmen. Zufrieden ist der Ortsrat trotzdem nicht: „Wir wollten die Querungshilfe am Ortsausgang“, so der Bürgermeister. „Man fühlt sich restlos über.“ Auch die Mitglieder monierten die fehlende Diskussion. „Es heißt, friss oder stirb. Da wird über unseren Kopf hinweg entschieden.“

Wenig Grund zur Freude hatte der Ortsrat auch beim Punkt vier der Tagesordnung – dem Zustand der Gemeindestraßen und -wege. Vom Einmündungsbereich Ecke Triftstraße/Niedernfeldweg bis hin zur Verlängerung der Gosse an der Dorfstraße zählten die Ortsratsmitglieder einen ganzen Katalog von Schäden auf.

Unzufriedenheit auch in Sachen Räumung von Gräben und Durchlässen (an Wirtschaftswegen). „Wenn die Stadt kein Geld mehr hat, ist das eine Sache, aber wenn die notwendigen Sachen nicht mehr gemacht werden, wo landen wir denn dann“, kritisierte Meyer. „Und wenn das alles bis nächstes Jahr fertig ist, gebe ich einen Schampus aus.“

Das Warten auf „dusselige Fenster“

Der Kragen platzte den Ortsratsmitgliedern endgültig, als beim Thema „Feuerwehrgerätehaus“ die Vertreterin der Stadt, Bettina Remmert, erklärte, dass die Maßnahme auf den Haushalt 2012 verschoben wird. „Wir haben das Ganze schon vor zwei Jahren beantragt und jetzt sollen wir wegen dusseliger Fenster und Türen noch zwei Jahre warten?“, ärgerte sich der Bürgermeister. Er fühle sich langsam ein wenig veräppelt. „Wir können hier Anträge stellen und keinen kümmert es.“ Als die Sprache auf die Verkehrszählung am Jagdweg kam, wurde es auch anderen Ortsratsmitgliedern zu viel. „Wir stellen Anträge und hören nie wieder davon, das verläuft dann im Sande.“

Noch mehr kleine und große Problemstellen offenbarte die anschließende Bürgerfragestunde. Moniert wurden Löcher im Bürgersteig (Hauptstraße), zu wenig Licht (Kurze Straße/Verlängerung Haupstraße) und vor allem der malade Zustand der Bushaltestelle (Haupstraße). „Woanders wird ein Haufen Geld verpulvert, aber für so etwas sind keine 100 Euro da“, schilderte Siegfried Ahrens anhand von Fotos.

„Seit Jahren sprechen wir jetzt davon, dass sie neu gemacht werden soll.“ Eine Kritik, die der stellvertretende Bürgermeister Gerd Wilharm gut nachvollziehen kann. „Es soll nur das Material bezahlt werden, die Arbeit wollen wir machen. Aber da kommt nichts.“




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