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Wirt muss Brunnen schrubben

Immer Ärger mit dem Wasser: Renso Casagrande kämpft gegen Algenbefall

veröffentlicht am 28.10.2014 um 18:20 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:42 Uhr

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Bad Nenndorf. Über den Brunnen in der Fußgängerzone ärgern sich manche Bad Nenndorfer schwarz. Denn seit der Inbetriebnahme vor anderthalb Jahren verfärbt sich die Anlage grün. Der Grund dafür ist eine defekte Filteranlage. Café-Wirt Renso Casagrande greift mittlerweile selbst zum Schrubber, um den Brunnen zu säubern.

Dass sich ein Gewerbetreibender der Kurstadt zu einem derartigen Schritt genötigt fühlt, verstimmt den Vorsitzenden des Bauausschusses. Herbert Kruppa (SPD) hatte deshalb in der jüngsten Sitzung des Gremiums bei der Verwaltung angefragt, wer denn eigentlich für die Reinigung zuständig ist. Mit dem Verweis darauf, dass der Wirt des Cafés „Casagrande“ bereits selbst Hand angelegt hat.

Die Antwort fiel eindeutig aus: Es ist Sache des Bauhofes, den Brunnen von den Algen zu befreien. Bauamtsmitarbeiterin Mandy Keppel erklärte darüber hinaus, dass vor der Winterabschaltung noch eine Grundreinigung geplant ist. Ob das Algenproblem bald grundsätzlich gelöst wird, blieb aber offen.

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Vor der Reinigung …

Auslöser ist ein Filterproblem. Deshalb bilden sich in dem Wasserkreislauf mit der Zeit zunehmend Algen, die sich an Wänden und Boden des Brunnens ablagern. Der Hersteller ist darüber auch bereits informiert, doch bislang hat sich binnen anderthalb Jahren nichts an dem Zustand geändert.

So fühlt sich Wirt Casagrande gewissermaßen dazu genötigt, den Brunnen selbst zu säubern. Mit dem Schrubber reibt er den grünen Belag von Zeit zu Zeit ab, um seinen Gästen den Anblick der Algen zu ersparen. Grundsätzlich findet er das Wasserspiel vor dem Außenbereich seines Cafés zwar gut, und auch dass die Kinder dort spielen können, freut ihn. Doch ungetrübt wäre seine Freude erst, wenn der Bauhof der Stadt die Reinigung übernähme. Alle zwei Wochen, schlägt Casagrande vor.

Für die Stadt Bad Nenndorf hat der Ärger mit Wasserspielen quasi Tradition. Als einst die Skulpturen unbekleideter Badender an der Ecke Parkstraße/Bahnhofstraße buchstäblich enthüllt wurden, fanden das manche Bürger zu frivol für einen Kurort. Seit fast einem Jahr wird über den Brunnen-Entwurf „Großer Abwasch“ diskutiert, weil der Tassenstapel manchen Beobachtern wie eine Verulkung erscheint.

Und der Brunnen in der Innenstadt machte noch vor der Algen-Diskussion wegen eines größeren Wasserverlustes von sich reden. Dann wären da noch die Diskussionen um einen defekten Sprudelstein an der Kurpromenade und die Nutzung sowie die Betriebsdauer der Fontänen an der Kurpromenade.




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