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Aber Tierschutzverein will trotz düsterer Zukunftsperspektiven nicht aufgeben

„Wissen nicht, wie wir 2016 überstehen sollen“

BÜCKEBURG. „Es ist auch 2016 finanziell so eng, dass wir nicht wissen, wie wir das Jahr überstehen sollen.“ So knapp und prägnant brachte Monika Hachmeister die finanzielle Situation des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung und des von ihm betriebenen Bückeburger Tierheims auf den Punkt. „Fassen Sie das nicht als das ewige Jammern auf, es ist schlicht die Realität“, erklärte die erste Vorsitzende auf der turnusgemäßen Jahresversammung des Tierschutzvereins im Le-Theule-Saal. Zwar haben vier von fünf Vertragskommunen mittlerweile die erhöhten Betriebskostenzuschüsse von 80 Cent pro Jahr und Einwohner bewilligt, doch decke dies nach wie vor nicht einmal annähernd die Gesamtkosten für den Tierheimbetrieb.

veröffentlicht am 01.06.2016 um 16:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 15:41 Uhr

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„Wir erhalten von den Kommunen 52.000 Euro, und müssen die auch noch versteuern. Der Betrieb des Tierheims kostet jedoch im Jahr zwischen 200 000 und 250 000 Euro.“ Dabei schlagen insbesondere Energie- und Personalkostensteigerungen in der Negativbilanz zu Buche, bei den Futter- und Tierarztkosten konnten hingegen deutliche Einsparungen erzielt werden.

Ganz besonders schlecht ist der Tierschutzverein auf die Stadt Rinteln zu sprechen. Die sagte nämlich den erhöhten Betriebskostenzuschuss zu, aber erst ab 2016 und nicht wie im Falle der anderen Vertragskommunen auch rückwirkend für das Jahr 2015, da angeblich der Haushalt geschlossen und kein Geld mehr vorhanden sei. Wobei es, wie Monika Hachmeister betonte, um eine Summe von gerade einmal 6.900 Euro ging – „Für uns ist das ganz viel Geld.“ Umso überraschter war die erste Vorsitzende, als sie Anfang Mai der Presse entnahm, dass die Stadt Rinteln zur Finanzierung der insgesamt 31.000 Euro teuren Skater-Anlage ganze 12 000 Euro aus nicht verwendeten Haushaltsmitteln des Jahres 2015 verwendete, somit also aus dem Haushalt, in dem angeblich überhaupt kein Geld mehr vorhanden war.

Völlig zerschnitten scheint das Tischtuch zwischen dem Tierschutzverein und der Stadt Porta Westfalica. Als einzige Vertragskommune ´verweigerte die Ostwestfalen-Gemeinde die erhöhten Betriebskostenzuschüsse strikt. Auch monatelange Verhandlungen brachten keine Einigung. „Kommt es zu keiner Lösung, muss der Vertrag mit Porta Westfalica zum Jahresende gekündigt werden“, kündigte Schatzmeister Kurt Wiegandt an.

Unter dem krassen Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben leide mittlerweile nahezu jedes Tierheim in Deutschland, betonte Monika Hachmeister. Selbst große, renommierte Einrichtungen wie die Tierheime Köln, Fürstenfeldbruck, Dachau, Erding, Einbeck, Troisdorf, Holzminden oder Wuppertal kämpften ums Überleben oder seien sogar bereits geschlossen. Werde dieser Entwicklung nicht bald Einhalt geboten, stehe bald jedes zweite Tierheim in Deutschland vor dem Aus. „Dann bekommen auch wir hier osteuropäische Verhältnisse und müssen hilflos mit ansehen, wie Tiere zu Tausenden elend sterben“, warnte die Vorsitzende. „Es ist etwas grundlegend faul, und zwar nicht im Staate Dänemark, sondern im reichen Deutschland.“

Entmutigen lassen wollen sich die Bückeburger Tierschützer nicht. So wurde unter anderem in Eigenleistung der Innenhof des Tierheims ausgekoffert und mit gebrauchten Gewegplatten ausgelegt, um einen neuen gepflasterten Freigang zu schaffen. Zur Zeit wird das bestehende Katzenfreigehege baulich geteilt, um noch mehr Tierheimbewohnern einen Freigang zu ermöglichen, und das Kaninchengehege saniert - alles, ohne die klamme Vereinskasse zu belasten. Nach wie vor blendend sieht die Vermittlungsbilanz des Bückeburger Tierheims aus: 218 Katzen und 36 Hunde wurden im Jahr 2015 erfolgreich in neue Hände vermittelt, in diesem Jahr waren es bereits 60 Katzen. Zur Zeit sind nur noch 67 Schnurrer im Bückeburger Tierheim untergebracht. „So wenig waren es in den letzten 20 Jahren nicht.“BÜCKEBURG. „Es ist auch 2016 finanziell so eng, dass wir nicht wissen, wie wir das Jahr überstehen sollen.“ So knapp und prägnant brachte Monika Hachmeister die finanzielle Situation des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung und des von ihm betriebenen Bückeburger Tierheims auf den Punkt. „Fassen Sie das nicht als das ewige Jammern auf, es ist schlicht die Realität“, erklärte die Erste Vorsitzende auf der turnusgemäßen Jahresversammlung des Tierschutzvereins im Le-Theule-Saal. Zwar haben vier von fünf Vertragskommunen mittlerweile die erhöhten Betriebskostenzuschüsse von 80 Cent pro Jahr und Einwohner bewilligt, doch decke dies nach wie vor nicht einmal annähernd die Gesamtkosten für den Tierheimbetrieb.

„Wir erhalten von den Kommunen 52 000 Euro, müssen die versteuern. Der Betrieb des Tierheims kostet jedoch im Jahr zwischen 200 000 und 250 000 Euro.“ Dabei schlagen Energie- und Personalkostensteigerungen in der Negativbilanz zu Buche, bei den Futter- und Tierarztkosten konnten hingegen deutliche Einsparungen erzielt werden.

Besonders schlecht ist der Tierschutzverein auf die Stadt Rinteln zu sprechen. Die sagte den erhöhten Betriebskostenzuschuss zu, aber erst ab 2016 und nicht wie im Falle der anderen Vertragskommunen rückwirkend für 2015, da der Haushalt geschlossen und kein Geld mehr vorhanden sei. Wobei es, wie Hachmeister betonte, um eine Summe von nur 6900 Euro ging – „Für uns ist das ganz viel Geld.“ Umso überraschter war die Erste Vorsitzende, als sie Anfang Mai der Presse entnahm, dass die Stadt Rinteln zur Finanzierung der 31 000 Euro teuren Skater-Anlage ganze 12 000 Euro aus nicht verwendeten Haushaltsmitteln des Jahres 2015 verwendete, somit also aus dem Haushalt, in dem angeblich überhaupt kein Geld mehr vorhanden war.

Völlig zerschnitten scheint das Tischtuch zwischen dem Tierschutzverein und der Stadt Porta Westfalica. Als einzige Vertragskommune verweigerte die Ostwestfalen-Gemeinde die erhöhten Betriebskostenzuschüsse strikt. Auch monatelange Verhandlungen brachten keine Einigung. „Kommt es zu keiner Lösung, muss der Vertrag mit Porta Westfalica zum Jahresende gekündigt werden“, so Schatzmeister Kurt Wiegandt.

Unter dem krassen Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben leide mittlerweile nahezu jedes Tierheim in Deutschland, betonte Monika Hachmeister. Selbst große, renommierte Einrichtungen wie die Tierheime Köln, Fürstenfeldbruck, Dachau, Erding, Einbeck, Troisdorf, Holzminden oder Wuppertal kämpften ums Überleben oder seien sogar bereits geschlossen. Werde dieser Entwicklung nicht bald Einhalt geboten, stehe bald jedes zweite Tierheim in Deutschland vor dem Aus. „Dann bekommen auch wir hier osteuropäische Verhältnisse und müssen hilflos ansehen, wie Tiere zu Tausenden elend sterben“, warnte die Vorsitzende. „Es ist was faul, und zwar nicht im Staate Dänemark, sondern im reichen Deutschland.“

Entmutigen lassen wollen sich die Bückeburger Tierschützer nicht. So wurde in Eigenleistung der Innenhof des Tierheims ausgekoffert und mit gebrauchten Gewegplatten ausgelegt, um einen neuen gepflasterten Freigang zu schaffen. Zurzeit wird das bestehende Katzenfreigehege baulich geteilt, um noch mehr Tierheimbewohnern einen Freigang zu ermöglichen, und das Kaninchengehege saniert – alles, ohne die klamme Vereinskasse zu belasten. Nach wie vor blendend sieht die Vermittlungsbilanz des Bückeburger Tierheims aus: 218 Katzen und 36 Hunde wurden im Jahr 2015 erfolgreich in neue Hände vermittelt, in diesem Jahr waren es bereits 60 Katzen. Derzeit sind nur noch 67 Schnurrer im Bückeburger Tierheim untergebracht. „So wenig waren es in den letzten 20 Jahren nicht.“




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