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Lions Club Porta Westfalica-Judica ermöglicht mit außergewöhnlicher Spende den Kauf von „Hilarus“

Wittekindshof wird Wallach als Therapiepferd ausbilden

Porta/Bückeburg (rd). „Wir sind überglücklich, dass wir ein so vielversprechendes junges Pferd für das therapeutische Reiten am Wittekindshof ausbilden können“, freut sich Sylvia Niemeier. Im letzten Winter musste die Reitpädagogin zusammen mit ihren beiden Kollegen und den rund 110 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die einmal pro Woche an einem heilpädagogischen Angebot rund um das Pferd teilnehmen, den plötzlichen Tod eines erfahrenen Therapiepferdes verkraften. Durch eine Spende in Höhe von 5000 Euro des Lions-Fördervereins Porta Westfalica-Judica kann die Diakonische Stiftung Wittekindshof jetzt den zweieinhalbjährigen Hannoveraner Wallach „Hilarus“ kaufen und ausbilden.

veröffentlicht am 24.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 07:41 Uhr

„Sein Alter, sein Charakter, seine Bewegungen und sein Interesse an Menschen sind beste Voraussetzungen“, freut sich Sylvia Niemeier, die von dem Nachwuchspferd von Anfang an begeistert war, aber in den letzten Wochen und Monaten nicht wusste, ob genug Spenden zusammenkommen: „Die ersten Spenden haben uns viel Hoffnung gemacht. Mit dieser so großzügigen Spende hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Das ist eine wunderbare Unterstützung.“

Noch steht Hilarus bei seinem Züchter auf einer Weide an der Nordsee. „Für junge Pferde sind die Marschwiesen ideal. Nach der Weidesaison werden wir ihn holen und ihn dann ganz langsam an die Arbeit mit behinderten Menschen heranführen“, erklärt Sylvia Niemeier, die alle Therapiepferde des Wittekindshofs zusammen mit ihrem Kollegen Michael Rahmöller ausgebildet hat. Bis das Nachwuchspferd voll einsatzfähig ist, werden noch zwei bis drei Jahre vergehen. „Hilarus muss Lektionen wie jedes Reitpferd lernen, die dafür nötigen Muskeln aufbauen und die Signale des Reiters verstehen lernen. Gleichzeitig werden wir ihn an viele Materialien wie Ringe und Bälle gewöhnen, die in der Therapie eingesetzt werden, aber auch seiner Neugierde und seinem Spieltrieb entgegenkommen, den junge Pferde wie Kinder haben“, berichtet Michael Rahmöller. Er wird auch schon früh erste Kontakte zwischen Menschen mit Behinderung und dem jungen Wallach ermöglichen: „Schon bei einem Besuch an seiner Box, wenn Teilnehmer ihn streicheln oder wenn er eine Möhre aus der Hand fressen darf, macht er wichtige Erfahrungen. Er muss Regeln lernen, und gleichzeitig muss sein Vertrauen in den Menschen gefestigt werden. Beides ist wichtig für den späteren Therapieeinsatz.“

Die Entscheidung, dass über den Lions-Förderverein Porta Westfalica-Judica 5000 Euro für das therapeutische Reiten am Wittekindshof gespendet werden, ist eine der ersten Initiativen des Lions Clubs Porta Westfalica-Judica nach Amtsantritt von Präsidentin Ingrid Schley. Die Spende hat die Bad Oeynhausenerin zusammen mit Vizepräsidentin Heike Pötzschke aus Minden und Dr. Antje van der Meij aus Porta Westfalica überreicht. So konnten sie sich am Abschlusstag der Wittekindshofer Reitertage davon überzeugen, mit wie viel Freude Lukas und Sören, zwei junge externe Teilnehmer aus Bad Oeynhausen, reiten. Alle waren beeindruckt, wie ruhig und ausgeglichen das Therapiepferd auf die Gäste, die Kunststücke der kleinen Reiter und sogar das Taktschlagen auf einer Trommel reagiert hat. „Eine Spende in dieser Größenordnung ist auch für uns außergewöhnlich. Aber das Geld ist hier bestens angelegt. Dies ist eine sehr wertvolle Arbeit, die allen Altersgruppen zugute kommt“, erklärte Schley. Sie möchte möglichst mit allen Mitgliedern des Lions Clubs Porta Westfalica-Judica das therapeutische Reiten mit „Hilarus“ besuchen.

Dem Lions Club Porta Westfalica-Judica gehören 36 Damen aus Bad Oeynhausen, Bückeburg, Löhne, Minden, Petershagen, Porta Westfalica und Rinteln an.

Mit weltweit fast 1,4 Millionen Mitgliedern, unter ihnen viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, ist „Lions Clubs International“ eine der größten Nichtregierungsorganisationen. Den über 1400 Lions Clubs in Deutschland gehören etwa 48 000 Mitglieder an. Nach dem Motto „Wir dienen“ engagieren sie sich ehrenamtlich für Menschen, die Hilfe brauchen in der Nachbarschaft und weltweit. Sie setzen sich für Völkerverständigung ein und fördern soziale und kulturelle Entwicklungen.




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