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Heimwerker Wolfgang Claus pflegt ein kreatives Hobby / Anregungen aus dem Erzgebirge

Wo Holzpyramiden in stolze Höhen wachsen

Obernkirchen (sig). Holz ist sein liebster Werkstoff, die Säge sein bevorzugtes Werkzeug. In die Wiege gelegt war Wolfgang Claus sein Talent nicht, eher schon seiner Ehefrau Rosemarie. Ihr Großvater arbeitete bei der früheren Stellmacherei Dehne. Der Vater war Tischler bei Holtmann. Von ihm übernahm Wolfgang Claus die Werkstatt. Damit begann seine späte Karriere als Heimwerker mit dem Spezialgebiet "Weihnachtspyramiden und Lichtbögen".

veröffentlicht am 23.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Wolfgang Claus vor einer Auswahl seiner Lichtbögen, die er neben

Der gebürtige Rintelner, der inzwischen seit 38 Jahren in Obernkirchen lebt, war von Beruf kaufmännischer Angestellter. Aber er hatte seinem Schwiegervater häufig genug über die Schulter geschaut, um von dessen Vorliebe für das so vielseitig verwendbare Naturprodukt Holz angesteckt zu werden. Als in einem Heimwerkerheft mit dem anregenden Titel "Selbermachen" 1991 in Wort und Bild zu lesen war, wie man eine solche Pyramide herstellen kann, bestellte sich Claus den dazu gehörenden Bausatz. Vielleicht war es ja die viel versprechende Headline des Beitrages, die ihn nicht ruhen ließ, bis das Erstlingswerk vollendet war. Da stand nämlich: "Schön wie ein orientalisches Märchen." Schön anzusehen war das Endprodukt schon, aber keineswegs einfach herzustellen. Immerhin hatte die Pyramide vier verschiedene bewegliche Ebenen. Was das Ausschmücken angeht, so war der Kreativität des Erbauers keine Grenze gesetzt. Damals beschränkte sich Claus aber eher auf künstliche Äpfel undTannen. Figuren, wie die Christusfamilie, Engel oder die Heiligen Drei Könige, kamen erst später hinzu. Als der Obernkirchener Heimwerker immer perfekter in seinem Hobby wurde, wagte er sich an Weihnachtspyramiden heran, die immer höher wurden. Ein solches Projekt mit einer Höhe von 2,50 Meter baute er zum Beispiel für das Evangelische Altersheim in Bückeburg. Ein nicht minder ansehnliches Exemplar steht in der Obernkirchener Info-Galerie. Inzwischen verlässt sich der Heimwerker nicht mehr auf die von Kerzen aufsteigende Wärme, die mit Hilfe von Flügeln das Innenleben der Pyramide zum Rotieren bringt. Er geht auf Nummer Sicher und verwendet als Antrieb kleine Elektromotoren. Um sich neue Anregungen zu holen, besucht das Ehepaar Claus alljährlich das Erzgebirge. Dort gibt es Orte, in denen das ganze Jahr lang solche Pyramiden, Nussknacker, Räuchermännchen und Engel aus Holz hergestellt werden. Wolfgang Claus hat sich neben den Pyramiden noch auf so genannte "Schwippbögen" spezialisiert. Sie erhellen in der dunklen Jahreszeit mit ihren elektrischen Kerzen viele Fenster und zeigen überwiegend winterliche oder eben weihnachtliche Motive. Im Erzgebirge würden, so Claus, auch Szenen mit Bergleuten, Holzschnitzern und Klöpplerinnen wiedergegeben. In der Werkstatt des Obernkirchener Heimwerkers am Weheweg stapeln sich die Zeichnungen für solche und ähnliche Projekte. Er wird sein Hobby weiter pflegen und auch beim nächsten Adventsmarkt wieder zeigen, was er mit Hilfe seiner Hände und der Säge so alles aus Holz zaubern kann.




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