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Landkreis sucht nach neuen Nutzungsmöglichkeiten / Credo-Gemeinde hat einen Flügel angemietet

Wohnungen in der ehemaligen Herderschule?

Bückeburg. Neue Mieter sind in den linken Flügel der ehemaligen Herderschule am Unterwallweg eingezogen. Die Räume werden jetzt von der Freievangelischen Credo-Gemeinde genutzt. Gleichzeitig bemüht sich der Landkreis Schaumburg als Gebäudeeigentümer darum, auch die übrigen Teile der leer stehenden ehemaligen Realschule wieder mit Leben zu erfüllen. Gesucht werden weitere Mieter, aber auch eine Wohnnutzung kann man sich in Stadthagen vorstellen. Das teilte Kreisbaudezernent Fritz Klebe auf Anfrage mit. Nicht von Erfolg gekrönt waren Bemühungen, das Gelände zu verkaufen.

veröffentlicht am 28.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

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Die Bausubstanz sei insgesamt recht gut, erläutert Klebe. Natürlich bestehe in Teilbereichen Sanierungsbedarf, zum Beispiel bei den Fenstern. Von außen macht der mehrflügelige Klinkerbau aber einen trostlosen Eindruck. Immer noch „zieren“ Graffiti Wände zum Neumarktplatz hin, die Eingangsbereiche wirken schmutzig und lange nicht gepflegt.

Ursprünglich war vom Kreis ein Verkauf des Geländes angestrebt worden. Es gab Gespräche mit unterschiedlichen Interessenten. Die winkten jedoch einschließlich der Stadt Bückeburg dankend ab. Problem: Es gibt Altlasten in diesem Bereich. Dort befindet sich eine ehemalige Müllkippe, die einen Austausch des Bodens erforderlich machen würde. Und die Kosten dafür, so Klebe, überstiegen den Wert des Geländes bei Weitem. Er wies allerdings ausdrücklich darauf hin, dass das zurzeit überhaupt kein Problem sei: „Wenn man nicht eingreift, ist das völlig unproblematisch.“

So entstand beim Kreis die Idee, ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept für die Gebäude zu entwickeln. Daran wird laut Klebe derzeit gearbeitet. Allerdings seien die personellen Kapazitäten in der Verwaltung begrenzt, sodass die Fertigstellung wohl noch einige Monate auf sich warten lassen werde, zumal andere Projekte Priorität genössen.

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Zunächst ist am Unterwallweg erst einmal an eine weitere Vermarktung der Räume gedacht. Klebe freut sich, dass mit der Credo-Gemeinde aus Stadthagen ein Mieter für den an den Neumarktplatz angrenzenden Flügel gefunden wurde. Die Freievangelische Gemeinde hat sich nach Klebes Angabe bereit erklärt, auf den Gebäudezustand zu achten. Nachgedacht werde sogar über einen Ankauf dieser ehemaligen Schulräume.

Damit wäre aber nur für einen Teilbereich der alten Realschule eine Nachnutzung sichergestellt. Einzelne Räume könnten auch von Landkreis oder Stadt direkt genutzt werden, hier müssen aber noch detaillierte Überlegungen angestellt werden. Klebe kann sich aber auch gut den Umbau einiger Bereiche zu Wohnungen vorstellen. „Barrierefreies Wohnen“ lautet das Schlagwort. Angesichts des durchaus attraktiven Wohnumfeldes, der Nähe zur Oberschule und zur Kindertagesstätte, zum Hallenbad und zur Innenstadt, wäre dies wohl eine durchaus attraktive Alternative.

Auf Nachfrage schloss Klebe eine Nutzung als Flüchtlingsunterkunft aus: „Die Herderschule war dafür auch nicht im Gespräch.“

Die weitere Planung will der Kreis eng mit der Stadt Bückeburg abstimmen. „Aber noch sind wir im Ideenstadium,“ schränkte Klebe Hoffnung auf kurzfristige Lösungen ein. Die Stadt sei zum Beispiel dann gefragt, wenn für eine Wohnnutzung die Bauleitplanung geändert werden müsse.

In dieser Frage sagte Jörg Klostermann, Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung, Unterstützung zu. Man habe bereits signalisiert, dass eine Umnutzung planungsrechtlich auch kurzfristig abgesichert werden könne. Für die Belange der Kirchengemeinde sei dies aber nicht erforderlich.

Der Kreis werde sich bis zu einer endgültigen Lösung natürlich weiterhin um die Bauunterhaltung kümmern, so Klebe. Im Winter werde geheizt, Vandalismusschäden würden repariert, das Gebäude regelmäßig inspiziert.

Die Gebäude der ehemaligen Realschule waren 1963 eingeweiht worden. Einige Jahre später wurde erweitert. 2012 fusionierte die Herderschule mit der Graf-Wilhelm-Schule zur Oberschule. Die Räume wurden nicht mehr benötigt, da die „Grawi“ passend umgebaut worden war. Dennoch kam das Herderschulgebäude häufig in die Schlagzeilen: Junge Leute aus dem rechten und dem linken politischen Spektrum sprühten immer wieder Parolen und Symbole auf die Wände. Kurzfristig waren Schulräume sogar von Aktivisten der Antifa besetzt worden.

Neue Nutzung gesucht: In einen Flügel der Herderschule ist die Credo-Gemeinde eingezogen. Teilbereiche könnten zu Wohnraum umbebaut werden. Wie an diesem Keller kommt es oft zu Vandalismus.kk (3)




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