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Heeresflieger benennen Straße auf dem Flugplatz Achum nach Erprobungspiloten / In Obernkirchen geboren

Würdigung für den Flugpionier Werner Altrogge

Achum (wop). In der Achumer Schäfer-Kaserne wurde dieser Tage die Straße von der Hauptwache zur Vehlener Nebenwache nach Werner Altrogge benannt. Nach mehr als eineinhalb Jahren Recherche hatte General Richard Bolz dem Vorhaben zugestimmt und vom vo rgesetzten Heeresamt grünes Licht erhalten.

veröffentlicht am 26.07.2008 um 00:00 Uhr

Neben 50 jungen Führern der Heeresfliegertruppe, die in Achum an der Tagung der Abteilungsleiterkommandeure teilnahmen, waren auch die beiden Töchter von Antrogge aus dem Rheinland sowie der stellvertretende Bürgermeister von Obernkirchen, Wilhelm Mevert, zugegen. Geleitet wurde die Zeremonie von Oberst Hans-Heinrich Heidmann. Wer war Werner Altrogge? Er wurde am 3. Dezember 1913 in Obernkirchen 33 geboren, besuchte ab 1928 die Oberrealschule in Hannover und legte 1932 das Abitur ab. Von 1932 bis 1937 studierte er an der Technischen Hochschule Maschinen- und Flugzeugbau mit dem Abschluss als Diplomingenieur. Daneben wurde er bei der Akaflieg Hannover zum Flugzeugführer ausgebildet. Von Juli 1937 bis 1943 war Altrogge bei der Erprobungsstelle der Luftwaffe in Rechlin als Sachbearbeiter für "Flugmusterentwicklung und Erprobung", später als Referats- und stellvertretender Gruppenleiter beschäftigt. 1942 wurde er im Zuge der Erprobung zu verschiedenen Truppenkommandos abgeordnet, wobei er Fern- und Höhenaufklärung über Russland und England flog, die ihn bis auf 14 500 Meter Höhe brachte, zum Ärger der britischen Luftverteidigung. Ab März 1943 war der Zivilist Altrogge bei Dornier/Friedrichshafen, Außenstelle Mengen unter anderem Versuchsleiter der Do335. Am 15. April 1944 stürzte er mit dem Versuchsmuster Nr. 2 wegen Triebwerksproblemen und Versagen des Schleudersitzes bei Memmingen ab und fand mit 31 Jahren den Tod. Altrogge hat im Laufe seiner fliegerischen Tätigkeit über 70 verschiedene Flugzeugmuster geflogen und erprobt, darunter 14 sogenannte Beuteflugzeuge und sechs Trag- oder Hubschraubertypen. Er ist der deutsche Erprobungsflieger, der die meisten Drehflüglertypen geflogen hat. Insgesamt hatte er etwa 1270 Flugstunden. Die Bezüge zur Heeresfliegerei liegen in der Nachbarschaft seines Geburtsortes zu Achum, und der, wenn auch kurzen Zugehörigkeit zur Aufklärungsstaffel (H) 9, den Vorgängern der Heeresflieger in Göring's Luftwaffe sowie in seiner Tätigkeit als Versuchsflieger für Drehflügler. Werner Altrogge ist nach Werner Noltemeyer, dem Gründer des Hubschraubermuseums, und Ernst Siekmeier, dem ersten Leiter der Flugplatzfeuerwehr, der dritte Namensgeber für eine Straße auf dem Flugplatz. Die beiden Altrogge-Töchter möchten gern in Erfahrung bringen, wo "Nr. 33" in Obernkirchen liegt/lag.




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