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Hommage an Hesse begeistert

Zauberhaft

Bückeburg. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“: Eine Reise durch das Werk von Hermann Hesse haben Sprecherin Anja Bilabel und Querflötistin Marchela Margaritova-Duhneva am Wochenende angetreten. Im Le-Theule-Saal woben die beiden auf Einladung des Kulturvereins ein „Kammerhörstück“ aus Tönen und Literatur.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 13:09 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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Was als Hommage und Kammerhörstück angekündigt war, hatte den Charakter eines Spaziergangs. Scheinbar ziellos folgte die Lesung mal der einen, dann einer anderen Richtung. Erst die „Fußreise im Herbst“, Passagen aus dem Roman „Demian“ und später (Gast)-Gedichte (etwa von Rose Ausländer) – das all dem ein Konzept zugrunde liegt, wird dem Zuhörer erst nach und nach klar.

Ein Vagabund will Hesse sein, ein Nomade. Doch gleichzeitig empfindet er Sehnsucht nach bürgerlicher Existenz, Heimat, einem Ort und Menschen, denen er verbunden ist. So ist es in seinem Buch „Wanderung“ zu lesen und so fühlen bis heute viele. Hesse träumt sich im Vorübergehen in ein Pfarrhaus, stellt sich vor, wie es wäre, dort zu wohnen, Pfarrer zu sein. Und erkennt doch im nächsten Moment, dass er immer noch der wäre, der er ist, dass er nicht aus seiner Haut und bürgerlich werden kann. Diese Spannung ist in all seinen Werken deutlich zu spüren.

Ein großes Lob geht an die Akteure: Anja Bilabel gelingt es von Anfang an, den Zuhörer in den Bann zu ziehen. Sie nähert sich Hesse nicht literaturwissenschaftlich, sie staunt. So bleibt der Zauber erhalten, der im Werk des Altmeisters liegt. Bilabel bringt uns den klassischen Hesse wieder nahe.




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